Die Jungs von „Denmantau“ leben ihren großen Traum: Sie rocken die Straßen auf der ganzen Welt

„Komplett der Musik verschrieben“

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Leben für die Musik: Stefan Pomplun, Julian Schonscheck, Milan Aal, Jonas Gerigk (von links) und Trompeter Paul Weber (vorne im Bild) von der Band Denmantau.

Uelzen. Fünf Musiker, ein Ziel: Die Jungs der Uelzener Band „Denmantau“ wollen mit ihrer Musik ganz groß rauskommen. Für ihre Karriere sind bis nach Amerika gereist und haben dort mit ihren Instrumenten die Straßen gerockt.

Im Gespräch mit AZ-Mitarbeiterin Anna Petersen erzählt Trompeter Paul Weber, was sie von ihrer Reise mitgenommen haben, wie sie sich seit ihrem Start als Uelzener Schülerband entwickelt haben und welche Pläne sie für die Zukunft schmieden.

Paul, es ist noch nicht lange her, da bist Du mit Deiner Band für ein halbes Jahr durch die Staaten getourt. Jetzt seid Ihr wieder zurück in Deutschland. Heimweh gehabt?

Nein, eigentlich wollten wir in den USA nur unser Arbeitsvisum bekommen und dafür wiederum brauchten wir einen Vertrag. Den haben wir nun auch in der Tasche. Lustige Geschichte: Wir haben in LA am Venice Beach gespielt und dort durch Zufall unseren heutigen Manager kennengelernt. Er hat uns nach dem Auftritt zum Show-Case – also einem Vorspiel vor wichtigen Entscheidungsträgern der Musikszene – eingeladen. Anschließend haben wir den Vertrag unterzeichnet, schon zwei Tage später ging unser Flug zurück nach Deutschland.

Also Erfolg in letzter Minute...

Genau, so wie wir es immer machen.

Auf Eurer Homepage beschreibt Ihr Euch als beste Freunde, die die Länder der Erde bereisen mit dem Ziel, die größte und beste Band der Welt zu werden. Auf welchem Abschnitt dieses Weges befindet Ihr Euch gerade. Beim „Local Heroes Europe Award“ habt Ihr ja bereits ziemlich abgesahnt...

Stimmt, wir wurden zur besten Band Europas gewählt. Ich würde sagen, wir springen gerade auf das Sprungbrett nach Amerika und warten darauf, loszukatapultieren. Schon Anfang nächsten Jahres wollen wir nach Amerika auswandern. Dann heißt es spielen, spielen, spielen. Wir wollen mit einer Tour von San Diego bis LA starten, unseren Namen etablieren, ein weiteres Album herausbringen.

Apropos: Ihr habt gerade wieder eine CD aufgenommen: Busker’s Philosophy. „Busking“ meint das Auftreten auf Straßen und öffentlichen Plätzen, richtig?

Das stimmt. Wir haben 2009 angefangen, das in Australien und Neuseeland bei unserer Ozeanientour zu erproben. Später, auf unserer Tour durch Belgien, Frankreich und Italien, haben wir es ebenso gemacht –sind einfach auf die Straße gegangen und haben drauflos gespielt. Das ist unser Lebensweg: Wir haben uns komplett der Musik verschrieben.

Ihr kommt ja weit herum. Welche Entwicklung habt Ihr seit den Anfängen als Uelzener Schülerband gemacht?

Die Erfahrungen von unseren Reisen und die Persönlichkeitsentwicklung, die wir alle während dieser Zeit gemacht haben, sind natürlich mit in die Musik eingeflossen. „Busker’s Philosophy“ ist nun quasi eine Momentaufnahme unserer Tour durch Amerika. Aber ich glaube, die größte Lehre, die wir als Band in den letzten Jahren – und jetzt auch in Amerika – machen konnten, ist, dass das Glück tatsächlich auf der Straße liegt. Man muss es nur aufsammeln. Als Musiker darf man sich nicht verstecken, sondern man muss offen auf die Menschen zu gehen und sie zu seiner Musik einladen.

Für den Einstieg ins große Musik-Business seid bis in die Staaten gereist. Wäre es nicht viel einfacher gewesen, eines der vielen Casting-Formate als Sprungbrett zu nutzen?

Casting-Shows haben die Eigenschaft, sehr kurzlebig zu sein. Das passt nicht zu uns. Immerhin machen wir schon seit zehn Jahren zusammen Musik. Bei DSDS ist man in erster Linie Produkt eines Fernsehsenders – und nach ein paar Monaten kommt jemand Neues.

Mal ehrlich: Wenn man schon seit zehn Jahren so viel Zeit zusammen verbringt, geht man sich da nicht auch mal auf den Keks?

Dadurch, dass wir uns schon so lange kennen, ist es wie ein Uhrwerk: Wir haben unsere eigenen Regeln, die funktionieren. In Hamburg leben wir zusammen in einer Wohnung und machen auch sonst viel gemeinsam. Wir sind praktisch verheiratet: Eine Band großzuziehen, das bedeutet eine Menge Verantwortung und fordert Einsatz, aber ich kann mir nichts besseres vorstellen.

Wo seht Ihr Euch als Band in zehn Jahren? Gibt es ein konkretes Ziel, das Ihr noch erreichen wollt?

Wir schmieden an Plänen, wie zum Beispiel die erste Band auf dem Mond zu sein und mit einem Zeppelin auf Welttournee zu gehen.

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