Bus kommt per Knopfdruck

Die Anforderung von der Rufbushaltestelle läuft hier auf: Busfahrer Alfred Dammann demonstriert das neue Betriebs-Leitsystem der RBB.

Uelzen/Landkreis - Von Thomas Mitzlaff. Anderthalb Kilometer hin nach Molbath, anderthalb zurück auf die Hauptstraße. Bis zu 40 Mal in der Woche haben die Linienbusse der Regionalbus Braunschweig (RBB) bis vor einem Jahr die kleine Ortschaft Molbath bei Rosche angesteuert – damit bei etwa jeder zehnten Tour ein Fahrgast ein- oder aussteigt.

Weder vom Zeitaufwand, noch vom Spritverbrauch und somit vom Umweltgedanken her seien diese täglichen Umwege zu vertreten, sagt RBB-Geschäftsführer Karl-Heinz Wolf gestern in der Uelzener Geschäftsstelle bei der Vorstellung des neuen Rufbushaltestellen-Konzeptes für den Landkreis.

In dem kleinen Dorf Molbath kommt der Bus deshalb nur noch auf Anforderung. Fahrgäste müssen an der Haltestelle wenige Minuten vor der planmäßigen Abfahrt eines Linienbusses einen Knopf drücken, das Signal wird dann mit dem Funksystem GPRS an den Busfahrer gesendet, der dann auf seiner Tour von der Hauptstraße abbiegt und den Umweg über Molbath macht. „Das neue System wird gut angenommen“, freut sich Wolf. 300 Mal hätten Fahrgäste in Molbath bislang den Bus angefordert.

Nun sollen Rufbushaltestellen zunächst in zehn weiteren Ortschaften des Landkreises installiert werden. „Wir sind guter Dinge, das System eines Tages auch flächendeckend anbieten zu können“, betont der RBB-Geschäftsführer. So könne man auch Gebiete weiter an das Liniennetz anbinden, „die wir angesichts der Bevölkerungsentwicklung auf dem Lande eigentlich abklemmen müssten“.

Verknüpft mit dem Rufbus-Modell ist ein rechnergestütztes Betriebsleitsystem (RBL), dass die RBB jetzt eingeführt hat. Dadurch hat die Betriebsleitung in Uelzen ständig den Überblick über den Standort der Linienbusse und steht in Verbindung mit den Busfahrern, die auch über mögliche Anschlussreisende informieren. Insgesamt 750 000 Euro kosteten die Investitionen, 25 Prozent hat der Landkreis Uelzen beigesteuert.

Für sechs weitere Orte an den Kreisgrenzen wurden jetzt Installationen für Rufbushaltestellen geordert, „derzeit favorisieren wir Grünhagen Schafwedel, Langenbrügge, Lüder, Brambostel und Wettenbostel“, erklärt Hans-Joachim Leibrandt, RBB-Geschäftsstellenleiter in Uelzen. Details sollen mit den Gemeinden abgesprochen werden.

Einen Missbrauch des Rufsystems etwa durch Jugendliche habe es bislang noch nicht gegeben, bilanziert Karl-Heinz Wolf. Dennoch will man künftig vorbeugen und plant, in den betreffenden Orten Magnetkarten zu verteilen, die an der Haltestelle den Busruf auslösen. Ein Schlitz löst dann den Knopf ab.

Für Molbath hat derweil das Rufbussystem sogar noch eine bessere Anbindung gebracht. Denn jetzt können die Linienbusse auch am Sonnabend und Sonntag angefordert werden – an Wochenenden stand das Dorf zuvor nicht auf dem Fahrplan.

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