Von Woche zu Woche

Prinzip Hoffnung hilft nicht weiter

Keine guten Nachrichten waren es, die in dieser Woche auf die Stadt Uelzen und den Landkreis einprasselten: Erst müssen Kreisverwaltung und Kreistagspolitik zur Kenntnis nehmen, dass nach jahrelangem Gezerre um ein neues ÖPNV-Konzept alle Bemühungen für die Katz’ waren.

Dann ereilt die Stadtväter die Hiobsbotschaft, dass der für das Marktcenter als sogenannter Ankermieter auserwählte Media Markt nun doch nicht in die geplanten Räume des Neubaus am Veerßer Tor einziehen möchte. Mancher mag sich den Start nach der Sommerpause wahrlich motivierender vorgestellt haben.´

Doch Jammern hilft nicht. Und Leugnen schon gar nicht. Denn eines lässt sich nicht wegdiskutieren: Beim ÖPNV-Konzept haben die Verantwortlichen die Dinge offensichtlich so lange schleifen lassen, bis nichts mehr ging. Denn absolut nicht vermittelbar ist, warum nach mehr als drei Jahren des Verhandelns ein solcher Schuss vor dem Bug des Landkreises landet. Dass statt der 100 000 Euro Mehrkosten, die der Kreis noch berappen könnte, plötzlich 1,2 Millionen Euro Mehrkosten für eine Neuordnung des ÖPNV im Raum stehen. Man kann sich kaum entscheiden, was schwerer wiegt: die Nachlässigkeit, weil zwischendurch nicht ein einziges Mal erkannt wurde, dass die Kosten explodieren würden, oder die Gleichgültigkeit, mit der das in den Brunnen gefallene Kind jetzt hingenommen und gar nicht weiter hinterfragt wird.

Ob es Gleichgültigkeit oder aber das Pfeifen im dunklen Wald ist, sei in der Causa Stadt/Media Markt/Marktcenter dahingestellt. Löblich, dass die Verantwortlichen sofort die Öffentlichkeit über den Sand im Getriebe dieses in Uelzen so kontrovers und intensiv diskutierten Vorhabens informiert haben. Zweifelhaft allerdings, ob man selbigen Sand auch in die Augen der Bürger streuen sollte. So sehr das Prinzip Hoffnung auch lobenswert ist – irgendwann muss man die Realitäten anerkennen. Dann muss man einsehen, dass der letzte Strohhalm, an dem man zu hängen glaubt, nur mehr ein seidener Faden ist. Und bevor der reißt, muss muss man aktiv werden und handeln. Die richtigen Fragen stellen und die richtigen Konsequenzen ziehen. Und zwar zur richtigen Zeit.

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