Dütt und datt up Platt

Bahnreisen

Fröher wärn Reisen mit de Isenbahn jümmer ganz wat besonderes. De Züg harn enzelte Abteilungen, „Coupees“, wie man seggen dä. Man könn nich, so wie hüt, dörch dan ganzen Zug loopen. Ehr man up’n Bahnstieg kööm, wör eerst een Lock in de Fohrkort, oder wie man seggen dä, „Billjet“, knipst.

De Bahnhoffvörteher mit sien roode Mütz löt de Züüg afffeuhrn und de Schaffners steegen op jede Station in een annert Abteil üm de Koorten to kontrolluern.

Een Mudder mit ehr Dochter föhrn mal na Süddütschland um ehrn Unkel to besöken.

Mit in dat Abdeel seeten, een feinen jungen Mann, een Buur, und sün pikfeinen Herrn, sün Angeeber oder wie dat heeten dä, sün richtigen „Lackaffe.“

Keeneen snack miteenanner. Muksmäuschenstill seeten de fief Reisenden door, keeken ut’n Finster und freun sik öber de schöne Gegend.

Mit mal wör dat düster. De Zug föhr dörch eenen Tunnel. Dor wör doch düsse Stille ünnerbraken. Alle harn dat mitkreegen, har doch de Düsterheit jemand utnutzt und eenen een Kuss gäben, dat dat schmatzen luut to hör’n wär. Glieks achterrran können aber ok alle dat wohrnemmen, dat eener een an‘t Muul kreegen hett.

Keener sä wat und doch har jeder von jüm sien eegene Meenung.

De Mudder dach: „Kiek mal, heff doch eene brave Dochter. De junge Mann hett ehr küsst und se, se hett em eene an’t Muul haut, heff ik nich dacht von ehr.“

De Dochter aber meen: „Schaad, de junge Mann woll mik enen Kuss geben, hett mien Mudder to faaten kreegen und de hett em fix een an de Back haut. Wat is he ok so dusselich, mien Mudder to nemmen, ik har bestimmt nix seggt.“

De junge Mann aber grübelt, „is doch düsse pikfeine Herr, düsse „Lackaffe,“ rascher west as ik und hett de Deern eenen Söten geben. Schad nix dat de Deern em dorvör een rünnerhaut hett, de passt je ok nich to ehr.“

De pikfeine „Lackaffe,“ wunner sik: „Kann doch nich angahn, de junge Mann het de sööte Deern eenen Kuss uppdrückt und ik, ik krieg doorför een an’t Muul. Wat sall man doorto seggen.”

De Buur aber lacht sik een in’t „Fäustchen“ und grient vör sik hen: „Wenn noch mal een Tunnel kummt, gäw ik mik sülmst wedder eenen Kuss up mien Hand und knall dan Lackaffe“ wedder eenen an de Schnut.“

Ok hüt in de Straatenbahn kannst wat erläben:

Een Jung is mal mit de Straatenbahn föhrt. De Bahn wär bannig vull, he aber har noch eenen Platz affkrägen. Wie he door nu sitt, stiggt eene schwangere Froo in. De Jung steiht up und lett ehr sitten.

De Froo bedankt sik seggt: „Junge du bist ja ein richtiger Gentleman.“

As annern Dag in Englisch Ünnerricht de Lehrer fragt: „Wisst ihr was ein Gentleman ist?“ Antwort de Jung prompt: „Een Gentleman is een, de eene schwangere Froo sitten lett.“.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

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