Viele Flüchtlingskinder haben Traumatisches erlebt – beim Migrationsdienst sollen sie sich fangen

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Gleich geht es zur Lucas-Backmeister-Schule: Der Jugendmigrationsdienst wird täglich von rund 30 Kindern besucht. Darunter sind immer mehr Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien.

Uelzen. Wenn ein Flugzeug zu hören ist, versteckt sich ein Kind verängstigt unter einem Tisch. Und das Zersplittern eines herabgefallenen Glases erinnert es an die Folgen von Bombenangriffen.

Ein anderes Kind traut sich nicht allein in der Schulklasse am Schreibtisch zu sitzen, aus Angst, vom Bruder getrennt zu werden – ein Trauma, das es seit seiner Flucht aus der Heimat begleitet. Der Jugendmigrationsdienst (JMD) arbeitet täglich mit traumatisierten Mädchen und Jungen. Bei derzeit 452 Flüchtlingen im Landkreis Uelzen – und die Zahl soll in diesem Jahr noch auf 1000 steigen – ist der Bedarf an Unterstützung groß, weiß Annika Quednau, die seit dem 1. Februar Leiterin Sylvia Helms vertritt.

Wenn in Schulen, Arztpraxen, der Psychiatrischen Klinik oder anderen Institutionen Probleme auftauchen, wird die Einrichtung des Christlichen Jugenddorfes Göddenstedt angerufen, die mit anderen Vereinen und Verbänden zusammenarbeitet. Der Landkreis will zwar zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe schaffen, aber „die Flüchtlinge sind jetzt da“, sagt Annika Quednau.

Schulpflichtige Kinder müssen nach der Ankunft in Uelzen innerhalb von fünf Tagen den Unterricht besuchen. Wichtig ist ihr deshalb auch vor dem Hintergrund der antiislamischen Pegida-Demonstrationen die interkulturelle Sensibilisierung. So veranstaltet sie in Schulen Übungen mit Kindern und Jugendlichen und nimmt dazu am liebsten eine Person mit, die von ihrer Flucht selbst berichten kann. „Im Grunde sind die Schüler positiv eingestellt“, berichtet die 24-Jährige. [...]

Von Diane Baatani

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