„Für viele wie ein zweites Wohnzimmer“

Kneipen und Bars öffnen wieder: Die AZ sprach mit den Betreibern des „Gleis 4“

Das rote Absperrband macht deutlich: Die Stühle im Tresenbereich bleiben vorerst gesperrt. Trotz einiger Auflagen freuen sich Corinna Braun und Andreas Steinbach auf die heutige Wiedereröffnung ihrer Kneipe „Gleis 4“ im Bienenbütteler Bahnhof nach der Corona-Pause.
+
Das rote Absperrband macht deutlich: Die Stühle im Tresenbereich bleiben vorerst gesperrt. Trotz einiger Auflagen freuen sich Corinna Braun und Andreas Steinbach auf die heutige Wiedereröffnung ihrer Kneipe „Gleis 4“ im Bienenbütteler Bahnhof nach der Corona-Pause.

Bienenbüttel – Schon vor der Eingangstür weist Corinna Braun auf das Hygienekonzept hin. Direkt hinter der Tür wartet dann ein Desinfektionsmittelspender auf den Kneipengast. Ebenso eine Liste, in der man seine Daten eintragen muss.

Mehrere Hinweisschilder machen auf die Hygieneregeln aufmerksam. Rotes Absperrband verdeutlicht: Die Stühle am Tresen sind gesperrt.

„Zapfen werden wir nicht“, erklärt Andreas Steinbach, der gestern Mittag hinter dem Tresen in der Kneipe „Gleis 4“ im Bienenbütteler Bahnhof versucht, die Musikanlage zum Laufen zu bringen.

Auch in der Kneipe gelten Abstandsregeln

Drei Monate lang war die Kneipe wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Seit dieser Woche dürfen laut Verordnung Bars und Kneipen wieder ihre Türen öffnen. Im „Gleis 4“ begrüßen Braun und Steinbach ab dem heutigen Mittwoch, 18 Uhr, wieder ihre Gäste. Der Illusion, dass alles direkt wieder wird wie vor der Krise, geben sich die beiden nicht hin: „Es kann gar nicht genauso werden“, sagt Steinbach. Und Braun fügt hinzu: „Das Lockere, das Innige, wird fehlen.“

Denn auch in Kneipen gelten die üblichen corona-bedingten Regeln: eineinhalb Meter Abstand, kein Körperkontakt. „Das heißt eben auch: kein Abklatschen beim Darts“, erklärt Corinna Braun, deren Kneipe Heimat von sieben Darts-Mannschaften ist. Diese dürfen nun auch wieder trainieren – jedoch nur mit vorheriger Anmeldung.

Eine Maskenpflicht gibt es natürlich nicht. Ebenso wenig eine Begrenzung der Öffnungszeiten. Allerdings – und das ist für Braun und Steinbach ein „Rieseneinschnitt“ – ist die Zahl der Gäste, die gleichzeitig im „Gleis 4“ verweilen können, auf 25 begrenzt. „Gerade an Wochenenden haben wir hier gut und gerne mal das Doppelte oder auch Dreifache“, betont Andreas Steinbach.

Finanziell war die Zeit der Schließung für die beiden Kneipenbetreiber sehr schwierig, „weil ja letztlich alle Einnahmen wegfallen“. Gleichzeitig müssen laufende Kosten wie Strom, Heizung und Pacht weitergezahlt werden. Hinzu kommt, dass einige der zuvor gekauften Getränke mittlerweile abgelaufen waren. „Als wir geschlossen haben, waren gerade noch 30 Liter Bier im Fass“, erzählt Corinna Braun.

Große Vorfreude auf den Wiederbeginn

Trotz der Einschränkungen überwiegt für sie und Andreas Steinbach die Freude, dass es nun endlich wieder losgehen kann. „Die Zeit ohne persönliche Kontakte war superschwer“, sagt Braun. Mit einigen Stammgästen habe sie regelmäßig geschrieben, andere beim Einkaufen im Ort getroffen. Aber: „Der Kontakt in der Kneipe fehlte schon.“ Schließlich sei diese „für viele wie ein zweites Wohnzimmer“, ergänzt Andreas Steinbach.

Man habe als Wirt eine Bindung zu seinen Gästen. „Der Tresen ist ein Anlaufpunkt, man hört sich von jedem die Geschichte an, ist für jeden da“, sagt Steinbach. Wie die Atmosphäre in der Kneipe mit den Einschränkungen wird, können beide natürlich noch nicht genau einschätzen. „Wir sind einfach froh, dass wir wieder öffnen können“, blicken Corinna Braun und Andreas Steinbach dem heutigen Abend entgegen.

VON FLORIAN BEYE

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare