Stadtwerke wollen Abschreibungen auf Ukraine-Projekt mit Gewinnrücklage ausgleichen

Knapp 2,6 Millionen Euro Verlust

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Der Verbraucher soll die millionenfache Abschreibung des Ukraine-Geschäfts nicht spüren. Der Strompreis richte sich nach dem aktuellen Marktpreisniveau, so die Stadtwerke Uelzen.

Uelzen. Einen Verlust von knapp 2,6 Millionen Euro haben die Stadtwerke Uelzen im Jahr 2012 eingefahren. Im Vorjahr war noch ein leichtes Plus von 410 000 Euro verbucht worden. Der Jahresabschluss für das Jahr 2013 steht noch aus.

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Da die Stadtwerke im vergangenen Jahr keinen Gewinn an die Stadt zurückgeführt hatten, wird nun mit einer doppelten Gewinnausschüttung gerechnet. Nach Angaben von Stadtsprecherin Ute Krüger sollen dieses Jahr rund 1,34 Millionen Euro von den Stadtwerken an die Stadt fließen. Trotz der ausgebliebenen Zahlung der Stadtwerke in 2013 werde der Jahresabschluss der Stadt Uelzen fürs vergangene Jahr voraussichtlich erheblich besser als geplant ausfallen, so Ute Krüger. Stadtwerke-Chef Markus Schümann ist trotz negativen Jahresabschlusses optimistisch, denn 2013 habe der örtliche Energieversorger „einen guten Geschäftsverlauf“ gehabt, so dass er zu der Zahlung in der Lage sei, berichtet er auf AZ-Nachfrage.

Das Defizit aus 2012 erklärt er mit Abschreibungen von Investitionen ins Landwirtschaftprojekt der Sustainable Bio Energy Holding (SBE) in der Ukraine. Dabei handelt es sich um rund 3,3 Millionen Euro. Zuvor waren für das Jahr 2011 schon etwa 1,6 Millionen Euro auf das Uelzener Ukraine-Engagement abgeschrieben worden.

Schümann setzt darauf, dass die Stadtwerke weitere rund 1,7 Millionen Euro unter anderem aus einem Rapsölliefervertrag und Zinsen aus einem Darlehen für die SBE, an der sie einen Anteil von 25 Prozent halten, erhalten. Das sei möglich durch die Ernteergebnisse vergangenen Jahres und einen Maschinenpark der SBE in der Ukraine. Der Wert dieses Maschinenparks soll über 1,2 Millionen Euro betragen. Derzeit verhandeln die Uelzener noch mit dem Mehrheitsgesellschafter, den Stadtwerken Schwäbisch Hall, über die Zukunft der SBE. Auch eine Bürgschaft von 600 000 Euro bestehe von Uelzener Seite noch, bestätigt Schümann.

2012 haben die Stadtwerke ihren Umsatz um 4,5 Prozent auf knapp 68,6 Millionen Euro gesteigert. Schümann führt die Entwicklung unter anderem auf eine erhöhte Handelsaktivität am Strommarkt und die gestiegene Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zurück.

Die SBE-Abschreibungen würden die Gas- und Strompreise nicht beeinflussen, betont er. Stattdessen will er einen Teil der Abschreibungen durch Gewinnrücklagen abdecken. Mit rund 5,5 Millionen Euro, die die Celle-Uelzen Netz GmbH den Stadtwerken für den Kauf des Stromnetzes zurückzahlen soll, wollen die Stadtwerke dann ihre Gewinnrücklagen wieder auffüllen.

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