Tierheim-Chefin Rothe mahnt aber zu mehr Rücksicht

Uelzens Tierheim-Bewohner haben Knallerei gut überstanden

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Die Böllerei rund um Silvester lässt viele Hunde in Panik geraten und unters Sofa flüchten. Karin Rothe hat daher für so viel Feuerwerk kein Verständnis.

Uelzen – Karin Rothe, Chefin des Uelzener Tierheims, gibt Entwarnung: Fünf Hunde hatte sie an Silvester in Obhut – und alle haben die Knallerei gut überstanden. „Den meisten war es ziemlich egal“, zeigt sich Rothe erleichtert.

Karin RotheTierheim Uelzen

Dass dies nicht selbstverständlich ist, beweist das Feuer im Krefelder Zoo. Hier kamen in der Silvesternacht über 30 Tiere ums Leben, nachdem das Affengehege mutmaßlich durch sogenannte Himmelslaternen Feuer gefangen hatte. Unter den verendeten Tieren befand sich auch der älteste Gorilla Europas, nur zwei Schimpansen konnten gerettet werden. Dass das Tierheim vom Lärm und der Gefahr der Feuerwerkskörper nicht in solch katastrophalen Ausmaß betroffen war, ist auch der Lage am Kuhteich zu verdanken. „Wir haben hier eine ruhige Ecke, Gott sei Dank“, sagt Rothe.

Die meisten ihrer Hunde seien zudem sehr robust. Trotzdem habe sie ihre Tiere vorsorglich mit Globuli und anderen pflanzlichen Mitteln zur Beruhigung versorgt, dazu noch Licht und Radio eingeschaltet – auf diese Weise konnten die Hunde den Strapazen der lauten Knallerei entgehen, die auf die Tiere mit ihren sensiblen Ohren ansonsten äußerst stressig wirken können.

Viele Hunde laufen daher laut Rothe an Silvester fort und werden später dann im Tierheim abgegeben. Dieses Jahr habe es aber keine dieser „Silvesterfundhunde“ gegeben – drei bis fünf seien sonst die durchschnittliche Regel.

Der Forderung des Deutschen Tierschutzbundes, in Gebieten, wo viele Tiere leben, Sicherheitszonen zu errichten und privates Feuerwerk zu verbieten, kann sich Rothe daher nur anschließen: „Ich würde ganz Deutschland als Sicherheitszone befürworten.“ Ihr Vorschlag: Ein gesamtes Feuerwerk in Uelzen, ansonsten die Knallerei verbieten – „Das wäre mir am liebsten.“

Dabei denkt Rothe nicht nur an die eigenen Schützlinge im Tierheim. „Was ist mit einem großen Stall? Was ist mit Reiterhöfen? Die Pferde drehen da durch“, mahnt Rothe. Mit Blick auf die aus ihrer Sicht jedes Jahr zunehmende Böllerei stellt die erste Vorsitzende des Uelzener Tierschutzvereins fest: „Es ist nicht mehr zeitgemäß.“

VON DANIEL BIELING

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