Unglaubliche Geschichte aus dem Gartower Forst: Mann erblickt hinter sich zwei Jungtiere und vertreibt sie mit Schreien, Tritten und Stöcken

Knabberten Wölfe am Finger eines Joggers?

stk Gartow. Wenn die Schilderung eines Joggers stimmt, dann hat im Gartower Forst zum ersten Mal ein Wolf einen Menschen verletzt. Die Geschichte, die sich bereits am ersten Weihnachtstag zugetragen haben soll, klingt unglaublich.

Der örtliche Wolfsberater, der den drei bis vier Zentimeter langen Riss im Daumen des Opfers gesehen hat, hält sie jedoch für glaubhaft.

„Der Mann joggt durch den Wald“, erzählt Peter Burkhardt. „Er erschreckt, hat einen minimalen Ratscher an der Hand und stellt fest, dass sich hinter ihm zwei Jungwölfe befinden.“ Durch Schreien, Tritte und durch Hinterherwerfen von Stöcken habe er sie vertrieben. Da er mit Kopfhörern Musik gehört habe, sei er nicht früher auf die Tiere aufmerksam geworden.

Denkt sich jemand eine solche Geschichte aus? Wolfsberater Burkhardt kennt den Mann persönlich. „Er ist genauso Wolfs-Befürworter wie ich“, betont der 51-Jährige gegenüber der AZ. Eine DNA-Probe konnte nicht mehr genommen werden. Es sei verständlich, dass der Mann die kleine Wunde schnellstmöglich desinfiziert habe. Eine Spur konnte Burkhardt nicht identifizieren.

Bei den beiden Jungwölfen handelt es sich vermutlich um zwei Welpen des Gartower Rudels vom vorigen Jahr. Sie seien durch Bilder aus Fotofallen und viele Sichtungen bekannt, berichtet Burkhardt. Dabei sei es auch zu einigen Nahbegegnungen gekommen.

Eine Wiederholung hält der Wolfsbeauftragte für unwahrscheinlich. Der Jogger selbst habe die Kontaktaufnahme der Wölfe eher als spielerisch empfunden. Die Reaktion des Joggers werde ihnen eine Lehre sein: „Was nach Mensch stinkt, ist nicht gut.“

Die zuständige Behörde hat erhebliche Zweifel an der Darstellung. „Aus der Befragung ergeben sich Zweifel, ob die Verletzung tatsächlich von einer Begegnung mit Wölfen herrührt“, teilt Achim Stolz, Sprecher des NLWKN auf AZ-Anfrage mit. „Gründe dafür sind, dass das beschriebene Verhalten des Tieres für einen Wolf untypisch ist und Handkontakt sehr typisch für Hunde ist.“ Auch das beschriebene Aussehen der Tiere spreche eher für einen Hund.

Rubriklistenbild: © dpa

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