Ein neuer Klinik-Alltag

Klinikum Uelzen: Ärztlicher Direktor schildert Erfahrungen in der Corona-Krise

Zwei Patienten mussten aufgrund des schweren Verlaufs ihrer Corona-Infektion bislang im Helios-Klinikum Uelzen auf der Intensivstation beatmet werden.
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Zwei Patienten mussten aufgrund des schweren Verlaufs ihrer Corona-Infektion bislang im Helios-Klinikum Uelzen auf der Intensivstation beatmet werden.

Uelzen – Das Coronavirus verändert den Alltag eines jeden und führt zu einer neuen Normalität, auch nach dem Lockdown. An vorderster Front stehen dabei die Ärzte in Kliniken und Praxen, die häufig in direktem Kontakt mit Infizierten stehen.

Wie das Uelzener Helios-Klinikum sich auf die Pandemie eingestellt hat, berichtet Dr. Uli-Rüdiger Jahn, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses.

Dr. Uli-Rüdiger Jahn, Helios-Klinikum.

Seit Beginn der Pandemie mussten laut Jahn fünf an Covid-19 erkrankte Patienten im Helios-Klinikum behandelt werden. Bei zweien davon sei der Verlauf so schwer gewesen, dass sie zwischenzeitlich auf der Intensivstation beatmet werden mussten. Beide Fälle gingen jedoch glimpflich aus: „Erfreulicherweise konnten wir beide wieder gesund nach Hause entlassen.“

Anfängliche Unsicherheit

Anfangs habe bei den Mitarbeitern aufgrund der Krise noch Unsicherheit geherrscht, erinnert sich Jahn: „Zu Beginn der Pandemie haben die Berichte aus Italien mitunter Ängste bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervorgerufen, die wir ihnen in persönlichen Gesprächen nehmen konnten.“ Denn für ausreichend Schutz der Mitarbeiter sei immer gesorgt gewesen: Die Sicherheitsmaßnahmen seien dieselben wie bei Influenza-Patienten und daher allen Mitarbeitern bekannt.

Auch die Gefahr der Aerosolbelastung habe man früh erkannt und entsprechend reagiert. Inzwischen sei die Behandlung von Corona-Patienten Routine und nichts Besonderes mehr.

Corona als langfristiger Faktor

Trotz der neuen Normalität ist sich der Ärztliche Direktor sicher, dass man mit Corona als Faktor auf längere Zeit leben muss: „Eine Normalität, wie wir sie vor Corona hatten, wird es dabei im Krankenhaus wie auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens bis auf Weiteres nicht geben.“ Das strenge Sicherheitskonzept gelte daher nach wie vor, auch für den Notfall sei man gewappnet: Neben den regulären 20 Betten der Intensivstation mit Beatmungsmöglichkeit könne man binnen Stunden 22 weitere Betten aufstellen, sollte ein Corona-Hotspot mit mehreren Infizierten auftreten.

Auch personell wollte man in der Klinik vorbereitet sein, und so wurde im April ein Aufruf gestartet, dass sich Freiwillige mit medizinischen Kenntnissen melden sollten, um im Ernstfall zu helfen. „Unser Ziel war es, auch für unvorhergesehene Situationen vorbereitet zu sein, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu jedem Zeitpunkt gewährleisten zu können“, erklärt Jahn.

Ärzte, Pflegekräfte, Studenten und auch Stipendiaten hätten sich auf den Aufruf gemeldet – gebraucht wurden sie wegen des geringen Patientenaufkommens jedoch nicht. VON DANIEL BIELING

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