Musiklehrstunden im Takt

Es klingt paradox: Sommerakademie 2020 in Oldenstadt mit Teilnehmerrekord

Mit Masken und schriftlichen Erklärungen: Die Corona-Pandemie wirft ihre Schatten auf die Sommerakademie. Hinrich Alpers teilt ausgeklügelte Zeitpläne aus.
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Mit Masken und schriftlichen Erklärungen: Die Corona-Pandemie wirft ihre Schatten auf die Sommerakademie. Hinrich Alpers teilt ausgeklügelte Zeitpläne aus.

Uelzen-Oldenstadt – Mit einem Papierstapel marschiert Hinrich Alpers los. Der künstlerische Leiter der Sommerakademie teilt Blätter an Musiker aus.

Noten? Das wäre naheliegend, weil in den nächsten Tagen im Historischen Zentrum in Oldenstadt wieder Bratsche- und Geigenspieler sowie Pianisten intensiv üben werden.

Bei den Papieren handelt sich aber um „Selbsterklärungen zum Schutz der Teilnehmer“ und um ausgeklügelte Zeitpläne. Denn möglichst wenig Begegnungen soll es geben. Die Corona-Pandemie wirft ihre Schatten auch auf die Sommerakademie.

Nach dem Corona-Ausbruch im Frühjahr war unklar, ob der Meisterkurs so wie in den vergangenen zehn Jahren überhaupt stattfinden kann. „Wir haben gewartet, die Füße stillgehalten“, sagt Hinrich Alpers gestern.

Mit einem überarbeiteten Konzept hat er schließlich Anmeldungen annehmen können. Das Bettenhaus im Historischen Zentrum ist dieses Jahr kein Schlafplatz für die Teilnehmer. Diese reisen auch nicht aus aller Herren Länder an, sie leben und studieren größtenteils im norddeutschen Raum. „Mehr als die Hälfte der Teilnehmer pendelt zu den Kursen“, sagt Birgit Alpers-Meyer, die die Organisation in den Händen hält. Der Rest ist in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht.

Weil die einen schon wieder abreisen werden, während andere erst kommen, kann Hinrich Alpers vermelden: „Wir haben 51 Teilnehmer bei der Sommerakademie. Das ist ein Rekord.“

Bei allem Neuem, einen offiziellen Auftakt wie in den Vorjahren gibt es auch 2020. Sponsoren bringen gestern Schecks – die Uelzener Versicherungen gewähren 5000 Euro, die Sparkassenstiftung Uelzen und die Niedersächsische Sparkassenstiftung geben zusammen 8000 Euro. Landrat Heiko Blume und Bürgermeister Jürgen Markwardt richten Worte an die Teilnehmer: „Sie haben die Chance, viel zu lernen“, sagt Markwardt. Die Sommerakademie könne ein Schritt auf der Karriereleiter sein.

So sehen es auch die Teilnehmer. Geblieben ist im Corona-Jahr ihre Liebe für die Musik: Frederike Remmel will mit Dozent Stephan Pircard am Violinenkonzert von Antonín Dvorák feilen. Sie sei bewusst wegen des Dozenten gekommen, berichtet Remmel. Ein Meisterkurs mit Picard in Frankreich, den sie zunächst in den Blick genommen hatte, findet nicht statt. Ihre Chance ist jetzt Oldenstadt. „Hier kann man sehr fokussiert arbeiten“, so die Musikstudentin aus Lübeck. Erlerntes und Eingeübtes ist bei drei Abendkonzerten im Langhaus am 20., 23. und 26. Juli ab 18 Uhr zu hören. „Restkarten gibt es an der Abendkasse“, so Birgit Alpers-Meyer. VON NORMAN REUTER

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