Verwaltung berät Anreizsystem

Klimafreundliches Bauen in Oldenstadt: Pflicht oder Bonus?

Derzeit werden im Oldenstädter Baugebiet „Im Deinefelde“ Versorgungsleitungen gelegt. Die Erschließung soll noch in diesem Jahr beendet sein.
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Derzeit werden im Oldenstädter Baugebiet „Im Deinefelde“ Versorgungsleitungen gelegt. Die Erschließung soll noch in diesem Jahr beendet sein.

Uelzen-Oldenstadt – Noch liegt das weite Feld brach. Bauzäune und Maschinen stehen bereit. Die ersten Häuser im Oldenstädter Baugebiet „Im Deinefelde“ sollen Anfang 2021 entstehen, derzeit ist man mit der Verlegung von Versorgungsleitungen beschäftigt.

Klar ist: Das Gebiet nahe des Oldenstädter Sees soll klimafreundlich bebaut werden. So sind etwa keine fossilen Brennstoffe erlaubt. „Wir bauen das als eine Art Leuchtturmprojekt“, betont Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt. Nun gibt es Überlegungen, auf welche Weise ein Anreizsystem zum klimafreundlichen Bauen geschaffen werden kann.

Zwei Möglichkeiten stehen dabei laut Markwardt zur Auswahl: Zunächst könnte der Weg über Vorschriften gegangen werden. Hier wird im Bauantrag verpflichtend erklärt, dass ein Haus beispielsweise nach KfW 40 gebaut wird. Dies würde bedeuten, dass das Gebäude nur 40 Prozent der Energie eines vergleichbaren Neubaus benötigt, der den maximal zulässigen Wert an Energieverbrauch erreicht.

Eine Alternative wäre die Schaffung eines Bonus-Systems seitens der Stadt. Je umweltfreundlicher ein Haus gebaut wird, desto höher könnte in der Folge der finanzielle Bonus für die Eigentümer ausfallen.

Laut Markwardt plädiert die Stadtverwaltung für eine Kombination beider Systeme. So soll ein bestimmter energieeffizienter KfW-Standard vorgeschrieben werden. Wird das Haus dann aber noch umweltbewusster gebaut als vorgeschrieben, könnten Eigentümer auch einen finanziellen Bonus erwarten. Eine genaue Summe sei jedoch noch nicht festgelegt, erklärt Markwardt, da auch noch keine Entscheidung über das System gefallen sei. Aus diesem Grund seien auch noch keine Kaufpreise festgelegt worden.

Auch für Oldenstadts Ortsbürgermeister Klaus Knust (SPD) wäre ein kombiniertes System denkbar: „Ich könnte mir vorstellen, dass es einen Standard geben muss, nach dem gebaut werden muss.“ Für noch mehr Umweltfreundlichkeit würde es dann Boni geben.

Dass durch umweltfreundliches und energieeffizientes Bauen höhere Kosten für die Häuser entstehen, sieht Knust nicht als Problem. Die Menschen seien inzwischen für das Thema sensibilisiert, zudem gebe es immer die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen.

So verweist Knust auf das immense Interesse an den Bauplätzen: 19 Grundstücke stehen zur Verfügung, rund 300 Interessenten gebe es bereits. Die Erschließung des Baugebiets „Im Deinefelde“ soll noch dieses Jahr beendet werden, sagt Knust. VON DANIEL BIELING

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