Nur vier Karten von 1186 fehlen dem Sammler Rolf Alpers

Kleinstadt-Kult: UE-Cards

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Kunterbunt und mit klarem Uelzener Bezug für Lokalpatrioten: Die UE-Cards.

aja Uelzen. Wer hat sie in Uelzen nicht schon mal mitgenommen? Die UE-Card! Seit 2000 begeistern die augenfälligen Postkarten mit pfiffigen Ideen.

Ihr Erfinder, der nicht verhehlt, dass er sich das in den Großstädten abgeguckt hat, freut sich, „wenn andere sich an den Karten freuen oder sie sogar benutzen“, sagt Designer Anders Feil.

„Nein, benutzen kommt gar nicht infrage“, sagt hingegen Rolf Alpers. Von der Nummer eins bis zur aktuellen Nummer 1186 hat er – beinahe – jede Karte verwahrt. Nur wenige wissen, dass die Karten als Serie durchnummeriert sind. „Die letzte ist eine vom NABU mit dem Wolf“, sagt Rolf Alpers, während er aus seinem großen Postkarten-Schrank die „UE-Card-Kiste“ herauskramt. „Wir waren schon einige Wochen nicht mehr in unserem Stamm-Café, räumt er die Möglichkeit ein, nicht ganz auf dem aktuellen Stand zu sein. „Nummer 1060, 1080, 1086 und 1128 fehlen mir“, sagt der Biologie-Lehrer, der seit seinem 13. Lebensjahr „Ansichtskarten, wie sie richtig heißen“ sammelt.

Rolf Alpers stöbert in seiner Sammlung.

Die Fünfzigtausendste hat mir meine Frau geschenkt“, freut er sich über die Unterstützung von Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen, Bekannten. Inzwischen füllt seine Sammlung einen großen, mit Regalbrettern umgebauten Kleiderschrank sowie einige Regale in der kleinen Bibliothek des Lehrers. Dort stehen Postkarten-Alben aus Nachlässen mit Postkarten bis zum Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Alpers klappt ein Album auf, das auf dem Einband die Inschrift „Postkarten-Album“ in goldenen Lettern zeigt. „Das sind Feldpostkarten aus dem ersten Weltkrieg“, erzählt er und beschreibt, welchen Kult die Menschen damals um die Post aus dem Schlachtfeld gemacht haben. Die Empfänger waren stolz auf ihre Helden und diese wiederum wollten den Kontakt zur Familie halten und von ihren Taten berichten. Ganz früher, so erzählt Alpers, habe es nur Postkarten mit Grafiken oder Zeichnungen gegeben. Die beliebtesten Postkarten, seien tatsächlich regionale Grußkarten, weil sie Sammlerwert hätten.

„Erst später gab es dann die Fotomotive mit Landschaften und bedeutenden Bauwerken“, so Alpers. „Sehr interessant sind dabei die Colorationen.“ Er vergleicht zwei Karten, die das gleiche Motiv in unterschiedlichen Farben zeigt. Die Uelzener Grafiken, Fotografien oder manchmal nur Schriftzüge entspringen den Inspirationen des Grafikers Feil. „Ein Gedanke, eine aktuelle Begebenheit oder eine Beobachtung beim Bummel durch die Stadt“, erzählt der Freiberufler, „gehen mir dann durch den Kopf, bis daraus ein Bild entsteht.“ Dann setzt er sich hin und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Die ersten Karten gab es in einer 3000er Auflage. Inzwischen produziert er jedes Mal 2500, die er dann „aus Spaß an der Kunst und der Stadt“ kostenlos in Umlauf bringt. „Rund sechs Wochen dauert es, bis alle Karten vergriffen sind“, sagt Feil, der die Karten selbst in die kleinen Kästen an verschiedenen Standorten und auch im Stamm-Café von Rolf Alpers verteilt. Seine Lieblingskarten sind die sieben, auf denen eine Schlange abgebildet ist. „Auf jeder Karte ein weiteres Stück der Schlange“, erzählt er begeistert.

Sammler Rolf Alpers hat irgendwann damit begonnen, Werbekarten auszusortieren. Nur bei den UE-Cards, die Feil schon mal zwischendurch im Auftrag herstellt, „da mache ich eine Ausnahme.“

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