Mehr Anträge nach Übergriffen in Köln

Kleiner Waffenschein stark gefragt

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Für das Führen von Schreckschusswaffen werden immer mehr Kleine Waffenscheine beantragt.

Uelzen. Die Verunsicherung scheint nach den Übergriffen von Köln in der Silvesternacht größer geworden zu sein.

Wurden im vergangenen Jahr bei der Stadt Uelzen gerade mal acht der sogenannten Kleinen Waffenscheine beantragt, waren es in den ersten drei Wochen dieses Jahres bereits 16, berichtet Stadtsprecherin Ute Krüger.

Der Kleine Waffenschein gestattet es, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen zu kaufen und auch mit sich zu führen. Seit das neue Waffengesetz im April 2003 in Kraft trat, seien in der Stadt insgesamt 90 Kleine Waffenscheine beantragt worden, so Krüger.

Die gleiche Tendenz verzeichnet die Kreisverwaltung. Dort werden Kleine Waffenscheine für die Personen ausgestellt, die im Landkreis, aber nicht in der Stadt Uelzen leben. „Von Jahresbeginn bis gestern sind 16 Anträge eingegangen“, sagt Martin Theine, Sprecher des Kreises.

Damit sei fast die Gesamtzahl des Vorjahrs erreicht worden. Aber nur drei der 16 neuen Anträge seien von Frauen gestellt worden, so Theine. Beim Kreis waren zum Ende des vergangenen Jahres insgesamt 198 Kleine Waffenscheine ausgestellt worden.

Die Polizei sieht die „Bewaffnung“ kritisch. „Diese Waffen vermitteln Scheinsicherheit“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Schreckschusswaffen, die von scharfen Pistolen kaum zu unterscheiden seien, könnten Situation eher verschärfen, indem sie eine aggressive Stimmung erzeugten, so Richter. „Es kann zu Fehlinterpretationen kommen und dadurch entstehen Missverständnisse.“ Das Mitführen von Pfefferspray oder Reizgasen sieht die Polizei derweil entspannter. Richter: „Wenn es der Person, die es bei sich trägt, psychologisch ein besseres Gefühl gibt, ist das in Ordnung.“

Von Jens Schopp

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