In Klein Liedern bei Uelzen herrscht dicke Luft

Poller-Zoff im Dorf

Poller in Klein Liedern sorgen für erregte Gemüter
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Poller in Klein Liedern sorgen für erregte Gemüter
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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In Klein Liedern herrscht dicke Luft. Der Grund: An der Ortsstraße wurden sieben hölzerne Poller aufgestellt, an denen sich die Gemüter erregen. Wegen der Diskussionen sollen die Poller, kaum dass sie stehen, schon wieder abgebaut werden.

Uelzen-Klein Liedern – Kaum, dass sie aufgestellt wurden, sollen sie nun wieder entfernt werden: Die Rede ist von sieben Holzpollern in Klein Liedern, die in dem 70-Seelen-Dorf für Ärger sorgen. Sie stehen seit Anfang des Monats im Ort. Verschwinden werden sie wieder, sobald es die Witterung zulässt. Das Intermezzo ist nach Angaben der Stadt mit einem Aufwand in Höhe von 500 Euro verbunden.

Anlass dafür, dass die Stadt aktiv wurde und an der Ortsstraße auf einem öffentlichen Seitenstreifen die Poller setzte, war „die Bitte“ eines Anliegers, wie die Stadtverwaltung gegenüber der AZ erklärt. Der Seitenstreifen ist begrünt und von einem Bordstein einfasst. Der Anlieger pflegt den Grünstreifen vor seinem Haus. Was die Pflege aber erschwert: Die Rasenfläche wird, so formuliert es die Hansestadt, „häufiger von größeren Fahrzeugen überfahren“. Weil das Engagement des Klein Liederners positiv gesehen werde und die Poller eine Lösung darstellten, seien sie letztlich gesetzt worden, so die Hansestadt weiter.

Doch an den Pollern entzündete sich, kaum dass sie standen, im Ort Streit. Vergangenen Freitag kam es an der Ortsstraße zu einer erregten Diskussion von Dorfbewohnern mit dem Anlieger, bei der die AZ zugegen war. Dabei wurde deutlich: Bei den „größeren Fahrzeugen“, die über den Seitenstreifen fahren und dabei Spuren hinterlassen, soll es sich um landwirtschaftliche Maschinen handeln. Aber genau die könnten jetzt Schaden nehmen, argumentiert Hans-Jürgen Schulz, Bewohner des Ortes, der kein Verständnis für die Poller hat.

Würden sie in eine Seitenstraße oder in eine Hofeinfahrt einbiegen, könnte die Fahrzeugkarosserie gegen einen der Poller schlagen, so Schulz. Dellen am Fahrzeug seien dann nicht auszuschließen. Ihm geht es aber auch um etwas Grundsätzlicheres: Die Poller seien gesetzt worden, ohne dass zuvor mit der Dorfgemeinschaft darüber gesprochen worden sei. So gehe es nicht, findet Schulz. Es ist auch der Aspekt, der Ortsbürgermeister Wilfried Teichmann umtreibt. Er hätte sich zumindest gewünscht, vor den Arbeiten informiert zu werden, um auch mit den Parteien sprechen zu können, sagt Teichmann. Die Verwaltung hätte hier ein größeres Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Teichmann kann auch nicht verstehen, warum es die Poller braucht. „Die Straße ist breit genug.“

Nach dem Unfrieden im Ort hat der Anlieger letztlich darum gebeten, dass die Poller wieder abgebaut werden. Gegenüber der AZ wollte er sich nicht äußern.

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