Verkäufer statt Informatiker

Klassische Berufe bei Uelzener Jugendlichen weiterhin vorn

Um Jugendliche an neue Berufe heranzuführen, hat die Agentur für Arbeit in Uelzen die Beratung intensiviert. Auch online kann hierzu ein Test durchgeführt werden.
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Um Jugendliche an neue Berufe heranzuführen, hat die Agentur für Arbeit in Uelzen die Beratung intensiviert. Auch online kann hierzu ein Test durchgeführt werden.

Uelzen/Landkreis – Trotz Digitalisierung und damit einhergehenden neuen Möglichkeiten strebt ein großer Teil deutscher Jugendlicher noch immer traditionelle Berufe an. Dies geht aus einer aktuellen PISA-Studie der OECD hervor.

Rund die Hälfte aller befragten Jungen und Mädchen würden sich demnach für Jobs aus dem 19. und 20. Jahrhundert entscheiden.

Kerstin Kuechler-KakoschkeAgentur für Arbeit

In Uelzen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. In der Liste mit den zehn häufigsten Berufswünschen taucht auf dem achten Platz mit dem Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung nur ein Beruf auf, der im Zuge der Digitalisierung entstanden ist. Dies teilt Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, auf AZ-Anfrage mit.

Am häufigsten wird hingegen der Beruf des Verkäufers genannt. Dieser Berufswunsch sei seit vielen Jahren unverändert auf den vorderen Plätzen zu finden, weiß Kuechler-Kakoschke. Und auch weitere herkömmliche Berufe wie Fachkraft im Einzelhandel oder Kfz-Mechatroniker seien stets beliebt.

Kuechler-Kakoschke sieht die Gründe vor allem im Elternhaus: „Insbesondere die Familie mit den vermittelten Einstellungen und Bewertungen beeinflusst die Berufswünsche der Jugendlichen.“ Auch die Berufswahlen der Familienmitglieder sei ein Faktor. Darüber hinaus beobachtet Kuechler-Kakoschke besonders bei Schülern eines Gymnasiums einen Trend zum Studium. Diese Neigung habe „stark zugenommen“, wohingegen der Weg in eine duale Ausbildung, wie sie beispielsweise im Handwerk möglich ist, nicht die erste Wahl sei.

Ein Risiko, dass bestimmte Berufe durch die Digitalisierung aussterben könnten, sieht Kuechler-Kakoschke jedoch nicht: „An den Wandel passen sich die Inhalte der betrieblichen Ausbildung sowie die Lehrpläne der Berufsschulen an. Ein Elektroniker greift im Alltag mindestens genauso oft zum iPad wie zum Lötkolben.“ Daneben sei außerdem die Berufsberatung an Schulen intensiviert worden, insbesondere an Gymnasien.  dab

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