Klare Kante gegen Rechts

Uelzen: Konferenz zu Völkischen Siedlern fordert mehr Einsatz von der Politik

Andrea Röpke, Andreas Speit, Martin Raabe und Ruben Obenhaus (von links) diskutieren über die zunehmende Gefahr der Völkischen Siedler.
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Andrea Röpke, Andreas Speit, Martin Raabe und Ruben Obenhaus (von links) diskutieren über die zunehmende Gefahr der Völkischen Siedler.

Uelzen – „Wir sollten aufstehen und alle was tun“, fasste eine Zuhörerin den allgemeinen Tenor der Podiumsdiskussion zusammen. Es wurde rege debattiert im Uelzener Theater an der Ilmenau.

Mehr als 70 interessierte Bürger fanden sich dort am Mittwoch ein, um sich über die zunehmende Gefahr vom rechten Spektrum zu informieren. Speziell ging es um die Gruppe der Völkischen Siedler, die sich vor allem in ländlichen Regionen ausbreiten und die dortigen Strukturen und Organisationen wie Feuerwehr oder Landfrauen unterwandern würden.

Auf diese Weise würden sie ihr rechtes Gedankengut verbreiten, das vom Ideal einer homogenen Volksgemeinschaft geprägt sei, weiß Journalistin Andrea Röpke. Somit würden Parallelgesellschaften entstehen, in denen die Angst vor einem bevorstehenden Zusammenbruch der Gesellschaft geschürt werde und volksverhetzende Schriften zum Alltag gehörten.

Basierend auf dem Vortrag der Journalisten Röpke und Andreas Speit entstand anschließend mit den Rednern, Ruben Obenhaus von der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ und Martin Raabe von der „Gruppe Beherzt“ gemeinsam mit dem Publikum eine intensive Diskussion darüber, was man gegen diese Gefahr tun könne.

Dabei wurde von allen Teilnehmern bemängelt, dass das Problem zu lange von staatlicher Seite ignoriert wurde und es zu wenig Aufklärung gibt. „Niedersachsen ist Präventionsbrachland“, brachte Röpke die aktuelle Situation auf den Punkt. „Schulen und Kindergärten müssen sich positionieren“, forderte Röpke zudem, um so Kinder vor völkischem Gedankengut zu schützen. Auch im Lehramtsstudium müsse dies ein festes Element sein, ergänzte Speit, damit Lehrer Aufklärung bei ihren Schülern leisten könnten. Laut Obenhaus ist dies nötig, da viele Lehrer den Begriff der Völkischen Siedler nicht kennen oder selbst dem rechten Spektrum angehören.

„Die Sache hat eine Weile geschlafen, aber sie ist wach geworden – und das mit Macht“, bemerkte Raabe außerdem mit Blick auf die immer häufiger auftretenden Fälle, in denen völkische Siedler auch im Landkreis Uelzen versuchten, ländliche Räume zu durchdringen. Dabei lobte Röpke das in Uelzen herrschende Klima von zivilgesellschaftlichem Engagement. Genau solche Strukturen müssten geschaffen werden, damit sich die Rechten hier nicht wohlfühlen, bemerkte sie anerkennend.

VON DANIEL BIELING

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