Auch in den wenigen kommunalen Kindertagesstätten werden die Kleinen wie immer betreut

Kitas im Kreis Uelzen: „Wir streiken nicht“

stk Uelzen/Landkreis. Wieder macht eine Gewerkschaft Ernst: Seit gestern streiken die Erzieher in der Hansestadt Lüneburg und anderen Städten der Republik. Berufstätige Eltern raufen sich die Haare, denn eine Notfallbetreuung gibt es nur für wenige.

Während der Kita-Streik in Lüneburg das Gesprächsthema ist, läuft für die Kleinen zwischen Altenmedingen und Wriedel alles wie gewohnt.

Die meisten Kindertagesstätten im Landkreis Uelzen werden vom Roten Kreuz und vom evangelischen Kindertagesstättenverband Uelzen betrieben. Nur drei sind in kommunaler Hand. „Wir arbeiten“, heißt es aus dem Kindergarten Sonnenblume in Altenmedingen. Und das gilt auch für die beiden gemeindlichen Einrichtungen in Jelmstorf und Melzingen.

„Wir streiken nicht“, berichtet Leiterin Beate Timm-Heitsch aus Melzingen. Der Grund: Die beiden Betreuungskräfte sind keine Gewerkschaftsmitglieder. Dennoch begrüßt sie die Forderung der Gewerkschaft Verdi: „Bei dem, was man heute leisten muss, sind die Forderungen berechtigt.“

Die Jelmstorfer Erzieherinnen hätten grundsätzlich einen Streik für die Gewerkschaftsforderungen nicht ausgeschlossen. „Wir stehen dazu, aber wir können nicht streiken“, berichtet eine Erzieherin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Die integrative Kita sei gerade im Aufbau, da wolle sie für die Kinder da sein. „Wir sind nur drei Kollegen.“

Jelmstorfs Bürgermeister Norbert Brandel ist zunächst erleichtert: „Ich bin froh, dass unsere Eltern ihre Kinder abgeben können.“ Dennoch sei es gutes Recht der Gewerkschaften, für ihre Forderungen im Tarifkonflikt notfalls zu streiken.

Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke betont, dass die Betreuung in der Gemeinde gewährleistet ist, da die beiden großen Kitas von der Kirche und vom DRK betrieben werden. Allerdings werde der Tarifkonflikt dennoch für die Bienenbütteler Einrichtungen Folgen haben: „Die Vergütungen laufen jedoch nach beziehungsweise analog des Tarifvertrages des Landes (TV-L).“

Aus Lüneburg berichtet Stadt-Sprecherin Suzanne Moenck: „Kita-Leitungen und Fachverwaltung können in Sachen Notbetreuung nur von Tag zu Tag planen.“ Bei aller Improvisation sei das Ziel aber eine gewisse Kontinuität für die Kinder.

Fünf Einrichtungen boten am Freitag eine Notbetreuung. „Vorrang haben Familien, die ganz besonders dringend auf die Notbetreuung angewiesen sind“, betont die Stadt-Sprecherin.

Von Gerhard Sternitzke

Rubriklistenbild: © dpa

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