Sorge vor finanzieller Schieflage

Kita-Erzieher in Kurzarbeit im Kreis Uelzen: Kommunen reagieren

Uelzen – Aus Sorge vor einer finanziellen Schieflage der Kommunen im Landkreis Uelzen durch die Corona-Krise haben Bürgermeister das Gespräch mit Betreibern von Kindertagesstätten (Kitas) gesucht und darum gebeten, dass Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen.

Mit dem Deutschen Roten Kreuz, das im Auftrag der Kommunen die meisten Kitas im Landkreis betreibt und im Regelfall gut 2000 Kinder betreut, wurde eine Vereinbarung zur Kurzarbeit getroffen. Sie gilt seit gestern.

Thomas Schulz, Kreisgeschäftsführer des niedersächsischen Städte- und Gemein-debundes und Bürgermeister der Samtgemeinde Suderburg, erklärt gegenüber der AZ, dass die Kommunen im Landkreis durch die Pandemie vor „finanziellen Unwägbarkeiten“ stünden. Bei den Gewerbesteuern, den Schüsselzuweisungen und Umsatzsteuer-Anteilen sei mit Einbußen zu rechnen. Durch die Kurzarbeiter-Regelung in Kitas versprechen sich die Bürgermeister eine finanzielle Entlastung. Jährlich werden Millionenbeträge in die Haushalte für die Kinderbetreuung eingestellt.

Mit der Kurzarbeiter-Regelung übernimmt die Agentur für Arbeit zu 60 beziehungsweise 67 Prozent die Gehaltszahlungen der betroffenen Kita-Mitarbeiter. Vereinbart ist, dass die Kommunen die Gehälter ihrerseits auf 100 Prozent aufstocken, weshalb die Beschäftigten die Regelung nicht im Geldbeutel spüren werden. Die Kommune spart den Anteil, der von der Agentur gezahlt wird.

Aktuell haben Kitas in Niedersachsen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Eine Notbetreuung für Kinder wird angeboten. Schrittweise soll die Betreuung ausgeweitet werden. Tim Meierhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, sagt, es bestehe eine gute Partnerschaft zu den Kommunen und als Partner wolle man sie unterstützen, weshalb Kurzarbeitgeld für Mitarbeiter beantragt worden sei. Und wenngleich die Beschäftigten keine finanziellen Einbußen erwarten müssten, so stelle er sich aber doch die Frage, welches Signal in die Berufsgruppe gesendet werde.

In der Samtgemeinde Rosche betreibt das CJD Göddenstedt fünf Kitas – für diese Einrichtungen ist keine Kurzarbeit vorgesehen. Bei den acht von der Kirche betriebenen Kitas im Kreis ist wegen des Tarifrechts keine Kurzarbeit möglich.

VON NORMAN REUTER

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Rubriklistenbild: © dpa/Sonja Marzoner

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