Von Woche zu Woche

Kirchturm nein – Kinder ja

Rückblende: Herbst 2012. Schüler, Eltern und Lehrer machen ihrem Unmut Luft und demonstrieren machtvoll gegen drohende Schließungen von Grundschulen. Die 91 Punkte umfassende Giftliste zur Sanierung des städtischen Haushaltes und der damit verbundenen Erfüllung von Kriterien für einen Zukunftsvertrag zwischen Stadt Uelzen und Land Niedersachsen führt zu ebenso kontroversen wie emotionalen Diskussionen.

Am Ende eines „heißen Herbstes“ bleiben alle Grundschulen unangetastet, die Proteste verebben – zunächst.

Andreas Becker

Heute, in den letzten Tagen des Winters 2012/13, steht der Zukunftsvertrag offenbar fast vor der Vollendung –, da flammt die Debatte erneut auf. Denn: Weder hat sich der demografische Faktor in den vergangenen Wintermonaten zugunsten des Kinderreichtums gewendet noch hat Kämmerer Jürgen Markwardt eine konstant zig Millionen sprudelnde Finanzquelle innerhalb Uelzens Stadtmauern entdeckt. Jetzt spricht die stellvertretende Bürgermeisterin das aus, was sich in Politik und Verwaltung noch keiner in dieser Deutlichkeit getraut hat zu artikulieren: Die Befürchtung, dass es in Uelzen ohne Schließungen von Grundschulen nicht abgehen wird. Danke für Mut und offene Worte!

Mit Mut und Offenheit sollte jetzt auch die gebildete Arbeitsgruppe ihr Werk beginnen. Die Zeit des Rumeierns ist vorbei. Alle Betroffenen haben das Recht, informiert zu werden, um verschiedene Ideen, Vorschläge und Varianten zu reflektieren. Dass dies schmerzhaft wird, steht außer Frage. Trotzdem ist Kirchturmdenken tabu. Es geht nicht um den bedingungslosen Kampf um die eigene Grundschule – auch wenn an allen acht Standorten gute Arbeit geleistet wird –, es geht um die grundsätzliche Qualitätssteigerung im Bildungssystem. Es geht schlicht um die Zukunft aller unserer Jungen und Mädchen.

Egal, ob die Schule in Veerßen, Molzen, Oldenstadt, Westerweyhe oder in der Kernstadt angesiedelt ist.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze / phs-foto.de

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