Renate Böhm über die Folgen von Corona für das Central-Theater

„Kino muss Uelzen erhalten bleiben“

Dunkel, aber nicht verlassen: Während das Uelzener Central-Theater aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen ist, wird hinter den Kulissen gearbeitet.
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Dunkel, aber nicht verlassen: Während das Uelzener Central-Theater aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen ist, wird hinter den Kulissen gearbeitet.

Uelzen – Die Lichter bleiben aus, die Türen geschlossen: Aufgrund der Corona-Pandemie musste auch das Uelzener Central-Theater den Betrieb vorläufig einstellen.

Kino-Chefin Renate Böhm bleibt dennoch zuversichtlich: „Wir sind voller Hoffnung, dass wir das bald in den Griff kriegen. “ Für die Schließung habe sie zwar Verständnis, dennoch musste Böhm vorerst alle 23 ihrer Aushilfen entlassen – mit dem ausdrücklichen Angebot, wieder eingestellt zu werden, wenn die Krise vorbei ist. „Wir hoffen, dass sich unser Team wieder in ganzer Größe trifft“, sagt Böhm optimistisch.

„Wir haben auf die Schließung gewartet“, so Böhm weiter. So seien die Zuschauerzahlen schon vor der Verordnung spürbar zurückgegangen. Verzweifeln will Böhm aber nicht: „In Selbstmitleid verfallen, das habe ich mir geschworen: Auf keinen Fall!“ Die Mittel würden noch für rund drei Monate ausreichen, auch auf finanzielle Unterstützung hofft sie.

Ganz still steht das Kino aber trotzdem nicht. Einige der nun in Kurzarbeit arbeitenden Festangestellten nutzen die Zwangspause, um Ordnung in den Lagern zu schaffen. „Das Foyer ist jetzt unser großes Lager“, sagt Renate Böhm. Die Maschinen werden gereinigt, Lebensmittel, die ursprünglich für die Snack-Bar geplant waren, werden an die Mitarbeiter verschenkt, um nicht das Ablauf-Datum zu überschreiten.

Gleichzeitig fördert die Reinigungsaktion die eine oder andere Reklame-Rarität aus längst vergangenen Zeiten zutage, von denen einige nun auf der Facebook-Seite des Central-Theaters zu bestaunen sind.

Und noch eine Besonderheit ist auf Facebook zu finden: Um in den schwierigen Zeiten der Corona-Krise Zuversicht zu verbreiten, ruft das Team des Central-Theaters zu einer Mal-Aktion auf (siehe Infokasten). Einige der Ergebnisse sind schon an der Fassade des Kinos zu finden, mehr sollen folgen. „Wir hoffen, dass die Schaukästen bald voll sind“, sagt Renate Böhm.

In die Zukunft blickt Renate Böhm mit gemischten Gefühlen. Das Kino-Geschäft werde schleppend wieder anlaufen, ahnt sie, zu viele große Blockbuster wie „James Bond“ oder „Fast and Furious“ wurden verschoben. Dennoch plant Böhm schon voraus – so befinde sich bereits der Umbau des Kinosaals 4 in Planung. Denn, so meint Renate Böhm optimistisch: „Das Kino muss Uelzen erhalten bleiben.“

VON DANIEL BIELING

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