Tagesklinik für Jugendliche entsteht im ehemaligen Kindergarten beim Uelzener Klinikum

Kinderpsychiatrie am Stadtwald

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Bislang werden Uelzener Patienten in der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lüneburg behandelt. Künftig soll es für Kinder und Jugendliche auch eine Tagesklinik nahe des Klinikums Uelzen geben.

Uelzen. Für Kinder und Jugendliche hat es in Uelzen jahrelang keine psychiatrische Hilfe gegeben. Politiker und Vertreter von sozialen Einrichtungen diskutierten über den Behandlungsbedarf von laut Gesundheitsamt rund 800 Kindern und Jugendlichen im Landkreis.

Die nächsten Anlaufstellen befanden sich in Lüneburg – mit langen Wartelisten. Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst und eine erste Facharztpraxis schafften vor zwei Jahren Abhilfe, doch zum 30. Juni läuft die Förderung des Jugendpsychiatrischen Dienstes durch den Landkreis Uelzen aus und damit schließt die Beratungsstelle wieder ihre Türen. Unterdessen zeichnen sich Fortschritte bei der Einrichtung einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uelzen ab.

Die Psychiatrische Klinik Lüneburg, in deren Tagesklinik bislang auch Uelzener Kinder behandelt werden, will einen Standort in der Uhlenköperstadt eröffnen. Sie habe sich mit dem Klinikum Uelzen geeinigt, den ehemaligen Kindergarten am Uelzener Stadtwald für die Tagesklinik und eine Institutsambulanz umzubauen, berichtet Dr. Alexander Naumann, Chefarzt der Lüneburger Psychiatrie. Zunächst seien architektonische und bautechnische Probleme geklärt worden. „Jetzt ist alles aus dem Weg geräumt“, so Naumann. Nach seiner Information könnte schon in wenigen Wochen Baubeginn sein. Ein abschließender Antrag auf Fördergelder für die Kosten von „deutlich unter einer Million Euro“ müsse aber noch beim Land eingereicht werden.

Es bestehe nach wie vor ein großer Bedarf an kinderpsychiatrischen Angeboten in Uelzen, weiß Naumann. Vor zwei Jahren war eine erste Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uelzen eröffnet worden, und der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst erhielt etwa anderthalb Jahre lang Zuschüsse, um Aufbauarbeit zu leisten, Angehörige von Kindern zu beraten und Möglichkeiten für Behandlungen zu nennen. Durch deren Arbeit funktioniere die Vernetzung in verschiedenen Gremien, „so dass ich glaube, es hat sich schon so gut verbessert, dass die Patienten viel schneller bei uns ankommen“. Der Weg zur psychiatrischen Behandlung des Uelzener Nachwuchses in Lüneburg dauere nicht mehr so lange wie noch vor einigen Jahren, ist Naumanns Eindruck.

Auch Kurt Spannig, Geschäftsführer des Vereins „Die Brücke“, der in Kooperation mit der Psychiatrischen Klinik Lüneburg den Jugendpsychiatrischen Dienst geleitet hat, begrüßt den Betrieb der Facharztpraxis. Zugleich hält Spannig einen Jugendpsychiatrischen Dienst weiterhin für erforderlich. „Wir finden es äußerst schade, dass so ein niederschwelliges Angebot nicht mehr weiter finanziert wird.“

Von Diane Baatani

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