Urteil vor dem Amtsgericht Uelzen

Kinderporno-Fotos auf Festplatten: Angeklagter wird zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt

Vor dem Amtsgericht in Uelzen musste sich ein Mann dafür verantworten, kinderpornografische Links verbreitet und 738 Fotos mit derartigen Inhalten besessen zu haben. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab.
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Vor dem Amtsgericht in Uelzen musste sich ein Mann dafür verantworten, kinderpornografische Links verbreitet und 738 Fotos mit derartigen Inhalten besessen zu haben. Der Angeklagte legte ein Geständnis ab. 

Uelzen – Er hatte Hunderte Bilder mit kinderpornografischem Inhalt auf Datenträgern: Vor dem Uelzener Amtsgericht ist jetzt ein Mann aus dem Landkreis Uelzen wegen des Besitzes und der Verbreitung („öffentlich zugänglich gemacht“) kinderpornografischer Schriften zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

S. erhielt außerdem die Auflage, sich mindestens 20 Stunden einer Gruppentherapie zu unterziehen.

Dem Angeklagten wurde von der Staatsanwaltschaft im Detail vorgeworfen, im Zeitraum 8. September 2016 bis 2. November 2018 einen Link und eine Datei auf einer Chatseite im Internet verbreitet zu haben, auf denen Kinderpornografie gezeigt wird. Außerdem stellte die Staatsanwaltschaft 738 Fotos mit kinderpornografischem Inhalt auf diversen Datenträgern des Angeklagten fest.

S. gab ein umfassendes Geständnis ab. „Ich schäme mich, die Bilder ekeln mich heute an. Ich räume alle Vorwürfe ein. So etwas kommt nicht wieder vor“, erklärte der Angeklagte.

Er gab an, aufgrund einer Erkrankung seiner Frau überfordert sowie depressiv gewesen zu sein. Er habe sich daher abends sowie nachts in Chats und das Ansehen von Fotos geflüchtet. Am 8. November 2018 fand bei ihm eine Hausdurchsuchung statt. „Dann bin ich aufgewacht und habe auch mit meiner Frau darüber gesprochen“, sagte S. Aufgrund seines Geständnisses mussten keine Zeugen vor Gericht aussagen. Als Grund, sich die Fotos angesehen zu haben, gab der Angeklagte Neugierde an.

Er habe sich zudem selbst um eine Therapie in Lüneburg bemüht, die aber noch nicht möglich war, solange ein Strafverfahren gegen ihn läuft. Richter Thöne folgte beim Urteil der Forderung des Staatsanwalts Scheu. Rechtsanwalt Dr. Jonas Benedikt Hennig hatte eine Verwarnung mit Strafvorbehalt gefordert, da der Angeklagte seine Taten bereue.

Thöne beurteilte Hennigs Forderung als nicht angemessen, da auf einigen Fotos mit pornografischem Inhalt auch sehr junge Kinder oder Säuglinge zu sehen seien. Strafmildernd wurde berücksichtigt, dass der Angeklagte zuvor noch nicht straffällig geworden war und dass begründete Hoffnung bestehe, dass S. künftig straffrei bleibe.

„Es tut mir alles so unheimlich leid, was ich meiner Frau und Ihnen hier vor Gericht zumute. Heute ist mir auch klar, dass die Mädchen das auf den Fotos nicht freiwillig machen. Ich bin überglücklich, dass meine Frau zu mir hält“, sagte S., der selbst Vater ist.

VON TIMO HÖLSCHER

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