Land soll prüfen: Kinder-Event doch vereinbar mit Gesetz?

Kinderflohmarkt: Jetzt ein Fall fürs Innenministerium

Noch im vergangenen Jahr hatte es – mit speziellem Konzept zur Corona-Pandemie – noch einen Kinderflohmarkt gegeben. Jetzt wurde keine Erlaubnis erteilt.
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Noch im vergangenen Jahr hatte es – mit speziellem Konzept zur Corona-Pandemie – noch einen Kinderflohmarkt gegeben. Jetzt wurde keine Erlaubnis erteilt.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Der untersagte Kinderflohmarkt in Westerweyhe beschäftigt nun das Innenministerium in Hannover. Die Stadt Uelzen will geprüft wissen, ob das Event nicht doch mit dem Feiertagsgesetz vereinbar ist. Weil das Format mit neuen Vorschriften kollidierte, hatte der Organisator, wie berichtet, erstmals in 15 Jahren keine Erlaubnis dafür bekommen.

Uelzen-Westerweyhe – Im Fall des untersagten Kinderflohmarktes in Westerweyhe (AZ berichtete) hat die Uelzener Stadtverwaltung nun das niedersächsische Innenministerium eingeschaltet und lässt die Rechtsauslegung prüfen, wonach die Veranstaltung in ihrer Form auf einem Sonntag nicht zulässig ist. „Sinn und Zweck der Vorschrift ist für uns so nicht nachvollziehbar“, wird gestern Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt in einer Mitteilung der Verwaltung zitiert. Aus Sicht der Stadt sei zu hinterfragen, ob das Gesetz tatsächlich so restriktiv auszulegen ist. Mit einer Antwort wird Anfang der neuen Woche gerechnet.

Der Organisator des Kinderflohmarktes, Karl-Heinz Günther, hatte nach 14 Jahren erstmals für die Veranstaltung keine Erlaubnis erhalten, weil sie in ihrer Form mit Vorschriften im überarbeiteten Gesetz zu Feiertagen kollidiert. Demnach ist sonntags nur dann ein Flohmarktverkauf als Ausnahme möglich, wenn alle Erlöse einem guten Zweck zugutekommen. Im Fall des Kinderflohmarktes behielten bisher die Kinder ihre Erlöse. Wie Karl-Heinz Günther sagt, werde um Cent- und kleine Euro-Beträge gefeilscht.

Nach Aussage des Organisators hatte er bereits etwa 80 feste Zusagen von Kindern, die einen Stand am Sonntag, 12. September, aufbauen wollten. Die Nachricht, dass die Veranstaltung keine Erlaubnis erhielt, schlägt inzwischen auch hohe Wellen. Überregionale Medien greifen das Thema auf. Laut Günther wenden sich Bürger mit E-Mails und Briefen an die Stadtverwaltung und artikulierten ihr Unverständnis. „Ich habe am Donnerstagnachmittag nur telefoniert. Es erreichten mich viele Anrufe“, schildert Karl-Heinz Günther. Wenn das Ministerium die Veranstaltung doch erlaube, sei er auch bereit, sie auch noch stattfinden zu lassen. Die Kinder sollten nicht die Leidtragenden sein. nre

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