22-Jähriger bekommt wegen eines Gramms Haschisch sechs Monate Haft auf Bewährung

Kiffer aus Kreis Uelzen ließ Jugendliche mitrauchen

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Weil er seine minderjährigen Freunde von seinem Joint rauchen ließ, musste sich ein 22-Jähriger vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten.

sh Uelzen. F. wollte seinen Freunden nur etwas Gutes tun – der 22-Jährige aus der Gemeinde Wrestedt ließ den Joint kreisen.

Die Staatsanwaltschaft sieht darin jedoch einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, für den sich der junge Mann vor dem Amtsgericht Uelzen verantworten muss.

Das Problem ist, dass die Freunde von F. noch nicht volljährig waren. „Ich habe ihnen nix verkauft, die haben lediglich mitgeraucht“, rechtfertigt sich der Angeklagte, der derzeit an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnimmt. „Darauf kommt’s nicht an, Sie haben Drogen an Minderjährige abgegeben“, erklärt ihm Richter Rainer Thomsen. „Wenn das nicht Marihuana gewesen wäre, würden wir hier gar nicht über einen minderschweren Fall reden.“

Weil F. zugibt, seine Freunde zum Kiffen animiert zu haben, müssen die nicht mehr aussagen. F.s Auszug aus dem Bundeszentralregister zeigt, dass der junge Mann bereits öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, darunter wegen Diebstahls und Körperverletzung.

Bisher kam er mit Sozialstunden davon. „Ja, das war ich auch“, gibt er zu. „Ich hab’ zwischendurch so meine Phasen, wo ich keinen Bock habe.“ Jetzt habe er aber einen geregelten Tagesablauf und träumt davon, einmal Koch zu werden. „Aber erst mal muss ich clean werden.“

Weil es F. nicht darum gegangen ist, sich mit den Drogen finanziell zu bereichern, geht die Staatsanwaltschaft von einem minderschweren Fall aus, F.s Anwalt fordert einen Freispruch, „weil es um ein Gramm Haschisch geht. Da sehe ich keine Relation.“

Richter Thomsen verurteilt F. aber zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und setzt damit ein Zeichen. „Ich weiß, dass es in der Gesellschaft durchaus unterschiedliche Ansichten zu Marihuana gibt“, erklärt er. „Aber man sollte Jugendliche nicht an Drogen heranführen.“

F. verspricht: „Ich will mein Leben jetzt auch in den Griff kriegen.“ Die Finger von Marihuana zu lassen, rät ihm auch der Richter: „Das wäre sonst sehr unangenehm für Sie.“

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