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KGS-Halle in Bad Bevensen wird Notunterkunft für Kriegsflüchtlinge

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Von: Norman Reuter

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Eine Gruppe Ukrainerinnen ist gestern zum Kurhaus in Bad Bevensen gekommen. Vor Beginn der Kreistagssitzung berichteten sie von ihrer Flucht aus dem Heimatland, das von Russland bombardiert wird.
Eine Gruppe Ukrainerinnen ist gestern zum Kurhaus in Bad Bevensen gekommen. Vor Beginn der Kreistagssitzung berichteten sie von ihrer Flucht aus dem Heimatland, das von Russland bombardiert wird. © Reuter

Ukrainer mögen zwar bisher nicht offiziell dem Landkreis zugewiesen worden sein (AZ berichtete), klar ist aber: Inzwischen treffen zunehmend Menschen in der Region ein, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen sind. Bis Freitag soll auch eine Notunterkunft in Bad Bevensen entstehen.

Uelzen/Landkreis – Annika Quednau, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes in Uelzen, berichtet von Anfragen an sie und ihr Team von Helfern, die Ukrainer bei sich privat untergebracht haben. Es gebe sehr grundsätzliche Fragen, beispielsweise zum Aufenthaltsstatus oder zur finanziellen und medizinischen Versorgung, berichtet sie.

Kriegsflüchtlinge sind im Landkreis inzwischen auch in Gemeindehäusern, beispielsweise in Hohnstorf und Wichmannsburg, aber auch auf dem Gelände des früheren Jugenddorfes in Molzen untergebracht.

Als ob es noch eines Beweises für Ankünfte bedurft hätte, ist gestern eine Gruppe von Ukrainern zum Kurhaus in Bad Bevensen gekommen, wo der Uelzener Kreistag für Beratungen zusammentrat. Sie hätten sich entschieden, ihr Land zu verlassen, als Bomben in ihrer Stadt niedergingen, erzählten die Kriegsflüchtlinge.

Aufgesammelt wurden sie von einem Hilfskonvoi aus der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, der Spenden an die polnisch-ukrainische Grenze brachte und Flüchtlinge mit nach Deutschland nahm. Sie gehören jetzt zur Gruppe, die im Jugenddorf nächtigt. Noch vor einem Monat hätten sie sich nicht vorstellen können, in ein anderes Land fliehen zu müssen, brachten sie zum Ausdruck.

Beim Kreistag im Kurhaus war der Krieg in der Ukraine dann auch immer wieder bestimmendes Thema. Es gab eine Schweigeminute für die Opfer. Eine Resolution wurde verabschiedet, mit der die volle Solidarität zu den Ukrainern zum Ausdruck gebracht werden soll und mit der der Landkreis erklärt, den Kriegsflüchtlingen helfen zu wollen. Landrat Dr. Heiko Blume kündigte dann auch an, dass die alte Turnhalle der Kooperativen Gesamtschule (KGS) bis Freitag zu einer Notunterkunft umfunktioniert werden soll. „Wir rechnen damit, dass die Zahl der Flüchtlinge steigen wird“, sagte Blume der AZ. Die Kreispolitik gewährte gestern zur Bewältigung der Krise auch einen Betrag von 500 000 Euro.

Blume dankte im Kreistag den ehrenamtlichen Helfern. „Es ist sehr schön zu sehen, was da passiert“, sagte er. Gleichwohl stimmte er Gewählte und Zuhörer darauf ein, dass es womöglich einen langen Atem braucht.

Die Kreisverwaltung bietet für ehrenamtliche Helfer kurzfristig digitale Informationsveranstaltungen an. Um rechtliche Rahmenbedingungen und Vernetzung soll es gehen. Eine erste Online-Veranstaltung ist am Freitag, 11. März, ab 17 Uhr geplant. Bei Bedarf findet eine weitere am Montag, 14. März, um 18 Uhr statt. Anmeldungen unter ukrainekrise@landkreis-uelzen.de.

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