Gastbeitrag: Henning Otte richtet sich an die Uelzener

„Keiner darf allein bleiben“

Bundestagsabgeordneter Henning Otte: „Die Krise zeigt, wie viele tolle Menschen es im Landkreis Uelzen gibt.“ Foto: BÜro Otte
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Bundestagsabgeordneter Henning Otte: „Die Krise zeigt, wie viele tolle Menschen es im Landkreis Uelzen gibt.“ Foto: BÜro Otte

Liebe Leserinnen und Leser der AZ!

Aus vielen Anrufen und Anschreiben aus dem gesamten Landkreis weiß ich, dass die Sorgen aller Bürgerinnen und Bürger groß sind. Ich versichere Ihnen, dass wir als Politik alles unternehmen, was dazu beitragen kann, die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Probleme der Corona-Krise vor Ort aufzufangen. Alle Lebensbereiche sind betroffen.

Ich kann all diese Sorgen nachvollziehen. Als Familienvater oder Bruder eines Gastwirtes oder als jemand, der seine Mutter auch nur telefonisch umarmen kann. Alle haben Sorgen!

Viele können die Kinderbetreuung nicht sicherstellen, müssen in Kurzarbeit gehen, haben gar ihren Job verloren oder stehen mit ihrem eigenen Unternehmen vor einer unsicheren Zukunft. Oder sie sind schlichtweg verunsichert und haben Angst.

Die beste Art, Mut und Zuversicht zu begründen, erreichen wir, wenn wir als Uelzener Gesellschaft zusammenstehen und einen Blick im Sinne der christlichen Nächstenliebe auf den Nächsten und auch auf den Übernächsten haben. Keiner darf allein gelassen werden.

Die Politik muss ihren Beitrag leisten, indem wir geschlossen und entschlossen handeln. Bundesregierung und Bundestag haben in dieser Woche wichtige Entscheidungen getroffen.

Bei unseren Entscheidungen im Deutschen Bundestag haben wir diese unterschiedlichen Lebenskonzepte, die durch Corona auf eine harte Probe gestellt werden, berücksichtigt. Die Leitlinie für meine persönliche Entscheidung – der Zustimmung in der namentlichen Abstimmung im Deutschen Bundestag – war, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, Risiko-Patienten zu schützen, die medizinischen Behandlungskapazitäten zu erweitern und den Wirtschaftsfluss am Laufen zu halten. Kliniken und Gesundheitseinrichtungen werden finanziell unter die Arme gegriffen. Kleinunternehmer erhalten Förderungen bis zu 15 000 Euro, Kurzarbeit bewahrt viele vor der Entlassung, Familien werden unterstützt, wenn Kinder zuhause betreut werden müssen. Zugang zur Sozialhilfe und Grundsicherung wird stark vereinfacht. Eine Zusammenfassung der Maßnahmen finden Sie unter www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus. Bei dieser Vielzahl unterschiedlicher Lebenssituationen werden wir die Folgen genau betrachten und einzelne Gesetze überarbeiten oder – wenn notwendig – ausweiten. Umfangreiche Kontaktverbote sind aktuell eine wichtige und notwendige Maßnahme, um den exponentiellen Anstieg der Neuerkrankungen zu verlangsamen und die medizinischen Kapazitäten zu verdoppeln.

Eins ist aber auch klar: Eine Dauerlösung ist das nicht, weder aus sozialer noch aus ökonomischer Sicht. Daher müssen die Beschränkungen – sobald die Lage es zulässt – gelockert werden, um sukzessive das soziale und wirtschaftliche Leben wieder aufnehmen zu können.

Deutschland ist stark. Unser Land, unsere Bürgerinnen und Bürger werden diese Aufgabe meistern. Ich bin mir sicher: Wenn wir gemeinsam Solidarität zeigen, werden wir als Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise herausgehen. Manches wird schon jetzt ins rechte Licht gerückt. Für mich ist es als Bundestagsabgeordneter wichtig: Das Große und Ganze zu betrachten und den Einzelnen fest im Blick zu haben.

Diese Krise zeigt aber schon jetzt, wie viele tolle Menschen es in unserem Landkreis gibt: Danke und nochmals Danke an alle, die das Lebenswichtige am Laufen halten und für uns alle ihren Dienst tun.

Auch ich will meinen Dienst tun, für Sie, Ihre Familien und Mitarbeiter. Ich bin für Sie weiterhin erreichbar. Lassen Sie uns alle parteiübergreifend zusammenhalten. Auch indem wir den empfohlenen Abstand halten, die gebotene Hygiene und Rücksicht walten lassen und füreinander da sind. Bleiben Sie oder werden Sie gesund!

Ihr Henning Otte

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