Diakonische Gesellschaft gibt „mehrWert“-Laden an Uelzens Ringstraße neues Gesicht

„Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“

Uelzen. Seit gestern präsentiert sich der „mehrWert“-Laden an der Ringstraße mit einem neuen Gesicht: Nachdem die Neue Arbeit Lüneburg-Uelzen gGmbH – die Diakonische Gesellschaft für Arbeit und Bildung – die Räume im August 2009 übernahm, stand eine Frischzellenkur an, die nun vollendet wurde.

Ein warmer Cremeton an den Wänden, eine klare Gestaltung der Schaufenster und die Verlegung der Café-Ecke in den hinteren Teil des Raumes – das mehr als 200 Quadratmeter große Geschäft, in dem es gut erhaltene Second-Hand-Kleidung, Taschen, ein wenig Geschirr, gebrauchte Spielzeuge und Bücher sowie ein Café gibt, wurde binnen einer Woche aufgefrischt und hat damit nun auch äußerlich sichtbar den Neustart vollzogen.

Michael Elsner, Heide Lüdemann und die Ladenleiterin Silke Krämer (von links) heißen Interessierte ab sofort im „neuen“ mehrWert-Laden willkommen – die kleine Greta (fast 3 Jahre alt) hat es sich schon gemütlich gemacht, während Mutti stöbert. Fotos: Ph. Schulze

Drei festangestellte Mitarbeiter, acht Ehrenamtliche und immer wieder auch Praktikanten von Schulen und Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Qualifizierungsmaßnahmen sorgen dafür, dass sich in dem „mehrWert“-Laden jeder willkommen fühlt. „Wir wollen hier ausdrücklich keine Zwei-Klassen-Gesellschaft“, betont Michael Elsner, Geschäftsführer der Diakonischen Gesellschaft Neue Arbeit. „Jeder, der möchte und etwas findet, kann hier einkaufen.“ Das Besondere allerdings ist: Menschen, die ihre Bedürftigkeit belegen (Geringverdiener, Empfänger von Grundsicherung, Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II), erhalten eine Kundenkarte und damit 25 Rabatt auf ihren Einkauf, erläutert Zweigstellenleiterin Heide Lüdemann das weitere Konzept. „Etwa ein Drittel der Kunden hat solche Kundenkarten“, sagt sie. „Bei ‘mehrWert’ handelt es sich um einen Laden in der Innenstadt, der nicht das Flair einer sozialen Einrichtung hat“, fasst Michael Elsner zusammen. Unterm Strich aber ist der Laden genau das. Mit der Weiterverwertung gebrauchter Kleidung würden nämlich Ressourcen geschont, so Elsner. Heide Lüdemann ergänzt: „Außerdem haben manche Menschen, die ihre Kleidungsstücke hier abgeben, das Gefühl, dass sie damit noch etwas Gutes tun. Sie können sich dann leichter von den Dingen trennen, das hören wir immer wieder.“ Was nicht mehr für den Verkauf aufbereitet werden kann, wandert ins Recycling. Dabei kooperiert die Neue Arbeit unter anderem auch mit dem Roten Kreuz.

Nicht zuletzt geht es bei dem „mehrWert“-Laden auch um bürgerschaftliches Engagement – das gilt für das Uelzener Geschäft ebenso wie für den Bevenser Laden, den die Neue Arbeit ebenfalls betreibt. Ohne das Ehrenamt, und daran lassen Michael Elsner und Heide Lüdemann keinen Zweifel, würde es die „mehrWert“-Läden gar nicht geben können.

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