Entscheidung der Feuerwehrführung sorgt zum Teil für Unmut

Keine Truppmann-Lehrgänge wegen Corona im Landkreis Uelzen

Wichtige Grundlagen für den aktiven Feuerwehrdienst lernen neue Mitglieder bei der Truppmann-Ausbildung. Bis Jahresende werden im Landkreis Uelzen die dazugehörigen Lehrgänge nicht stattfinden – wegen der Corona-Pandemie.
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Wichtige Grundlagen für den aktiven Feuerwehrdienst lernen neue Mitglieder bei der Truppmann-Ausbildung. Bis Jahresende werden im Landkreis Uelzen die dazugehörigen Lehrgänge nicht stattfinden – wegen der Corona-Pandemie.

Hohenbostel/Landkreis – Acht neue Mitglieder warten bei der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbostel darauf, ihre Truppmann-Ausbildung absolvieren zu können. Das berichtet der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Wegner im Gespräch mit der AZ.

Erst nach absolvierter Ausbildung dürfen die Feuerwehrleute bei Einsätzen an vorderster Front dabei sein. „Aktuell dürfen sie bis zum Verteiler oder etwa zur Verkehrssicherung eingesetzt werden“, erklärt Wegner.

Bis zuletzt war in der Schwebe, ob in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie Lehrgänge zur Truppmann-Ausbildung stattfinden können. Nun ist die Entscheidung gefallen – und die Antwort lautet Nein. Bis zum Jahresende wird es keine Truppmann-Ausbildungslehrgänge geben. Das hat der Führungskreis der Feuerwehren im Landkreis Uelzen – bestehend aus Kreis- und Gemeindebrandmeistern – entschieden, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Cordes gegenüber der AZ erklärt.

Einheitliches Vorgehen auf Kreisebene als Ziel

Er wisse um die Tatsache, dass es Wehren gibt, die unbedingt Lehrgänge durchführen wollten. „Aber unser oberstes Ziel war ein einheitliches Vorgehen auf Kreisebene“, erläutert Cordes. Ansonsten schaffe man einen Flickenteppich. Letztlich wird die Truppmann-Ausbildung auf Samt- beziehungsweise Einheitsgemeindeebene durchgeführt, ist aber eine Kreisausbildung. Daher liegt die Entscheidung auf Kreisebene. Mehrere Gemeinde-Ausbildungsleiter haben laut Cordes angemerkt, dass der Aufwand bezüglich der Hygienemaßnahmen enorm wäre.

Dass die Ausbildung auf Gemeindeebene erfolgt und dadurch Mitglieder mehrerer Ortswehren gemischt würden, sei ein weiterer Grund für die Entscheidung. „Wir wollen auf keinen Fall Feuerwehren vermischen“, betont Cordes. Denn es gelte dauerhaft, den Brandschutz aufrechtzuerhalten. „Im Kreis Harburg wurden kürzlich zwei Stützpunktwehren dicht gemacht, weil sie gemeinsam an einer Personensuche beteiligt waren und es einen Corona-Fall gab“, nennt der stellvertretende Kreisbrandmeister ein negatives Beispiel.

Ausbildung ohne Lehrgänge ist möglich

Er geht davon aus, dass das Thema Corona längst nicht vom Tisch ist, und fügt hinzu, dass „wir auch nicht ein Auslöser für eine große Quarantäne-Aktion“ sein wollen. Das sei ein sehr schmaler Grat, auf dem man sich bewege.

Ganz auf eine Ausbildung verzichten müssen neue Feuerwehrmitglieder allerdings nicht. Denn: Diensttreffen mit bis zu zehn Personen oder maximal einem Drittel der Aktiven dürfen in den jeweiligen Ortswehren stattfinden. Dabei könne man ja auch ausbilden, erklärt Cordes. Nur die Lehrgänge und Prüfungen fehlen. Und genau das wollen zum Beispiel die Hohenbosteler jetzt auch tun: „Wir versuchen, die Jungs bei der Stange zu halten“, sagt Jens Wegner. In einem Fall habe das allerdings nicht geklappt. „Wir haben schon einen Austritt eines neuen Mitglieds wegen dieser Geschichte. Das ist echt schade.“ VON FLORIAN BEYE

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