Zulassungssperre für Allgemeinmediziner im Kreis Uelzen angeordnet

Keine neuen Hausärzte mehr

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Symbolfoto

Uelzen/Landkreis. Er wird zwar bereits intensiv diskutiert, doch wirklich angekommen scheint der Hausärztemangel im Landkreis Uelzen noch nicht zu sein.

Holger Schmidt

Jedenfalls hat der Bundesausschuss Ärzte/Krankenkassen auf Basis einer aktuellen Berechnung eine Sperre für die Niederlassung von Allgemeinmedizinern im Kreis Uelzen angeordnet. Lediglich für einen Hausarzt sei noch Platz, erklärt Holger Schmidt, Sprecher der niedergelassenen Ärzte im Landkreis Uelzen und Vorsitzender der Kreis- und Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Lüneburg, auf AZ-Nachfrage. Wo dieser Arzt sich niederlässt, sei ihm völlig freigestellt, so Schmidt. Die KV-Bezirksstelle hat die Vorgabe des Bundesausschusses, die zuvor vom untergeordneten Landesausschuss auf die regionale Situation heruntergebrochen wird, umzusetzen.

Aus Schmidts Sicht ist die neue Bedarfsplanung „im Moment berechtigt“. Habe es im Kreis Uelzen vor ein bis zwei Jahren noch zwischen sechs und acht freie Hausärzte-Stellen gegeben, sei es jetzt eben noch besagte eine freie Stelle. „Die Versorgung hat sich etwas verbessert“, so Schmidt.

Grundlage für die neue Richtlinie sei neben der Anzahl der niedergelassenen Allgemeinmediziner auch die Anzahl der Einwohner, für die es ebenfalls eine neue Zählung gegeben habe, so Schmidt. Setze man beides ins Verhältnis, könne man nicht von einem Hausärzte-Mangel sprechen.

Der besagte „Landarzt-Mangel“ beziehe sich ja auch auf Prognosen, erläutert der Ärzte-Sprecher. „Jetzt gibt es noch keine Engpässe, aber bei der Diskussion geht es darum, welche Situation eintritt, wenn es für ältere Ärzte, die aufhören, keine Nachfolger gibt.“ Aus seiner Sicht gebe es daher im Landkreis Uelzen keinen Mangel, während in anderen Regionen, wie beispielsweise dem Kreis Gifhorn, schon jetzt eine deutliche Unterversorgung mit Hausärzten herrsche.

Sollte sich die Situation im Landkreis Uelzen eines Tages wieder ändern, würde der Landesausschuss Ärzte/Krankenkassen tätig werden. Allerdings werde es, sollte eine Hausarzt-Stelle frei werden, keine automatische Wiederbesetzung geben, betont Holger Schmidt. „Wenn mehrere Stellen frei werden, dann kann ein Sitz neu besetzt werden“, erklärt er, „muss aber nicht.“ Sollten mehrere Hausarzt-Stellen auf einmal oder kurz hintereinander entfallen, weil die Allgemeinmediziner ihren Job aus Alters- oder anderen Gründen an den Nagel hängen, dann kann der Zulassungsausschuss auf Bezirksebene prüfen, wie darauf zu reagieren ist.

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