Landkreis fordert nach Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen: Schüler sollen nicht die Folgen tragen

Keine Nachteile für Sport-Abiturienten

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In der Turnhalle des Lessing-Gymnasiums sind seit Montag Flüchtlinge untergebracht. Ein Sportunterricht ist nicht möglich.

Uelzen. Mit Blick auf den am kommenden Montag wieder startenden Schulunterricht hat Uelzens Erster Kreisrat Uwe Liestmann in einem Schreiben an das niedersächsische Innenministerium gefordert, dass Schülern mit dem Leistungskurs Sport keine Nachteile durch die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen erwachsen dürften.

Wie berichtet, sind seit vergangener Woche nicht nur in der Pestalozzi-Turnhalle, sondern seit Montag auch in der Turnhalle des Lessing-Gymnasiums in Uelzen Flüchtlinge untergebracht. Beide Hallen stehen daher für den Vereins- und Schulsport bis mindestens Mitte des Monats nicht mehr zur Verfügung.

Für die Sport-Abiturprüfungen im kommenden Frühjahr haben sich Oberstufenschüler vorzubereiten. Wenn dies wegen der aktuellen Situation in den nächsten Wochen nicht möglich sei, so Liestmann, müsse über das Kultusministerium sichergestellt werden, dass dies keine Folgen für die Abiturienten habe. Er habe dies nicht nur gegenüber dem Land, sondern auch gegenüber dem Vorsitzenden des Sportausschusses des Landtages, dem Landtagsabgeordneten Heiner Scholing (Grüne) aus Hohnstorf, zum Ausdruck gebracht, sagt der Erste Kreisrat.

Gegenwärtig geht der Landkreis Uelzen davon aus, dass die Pestalozzi-Halle ab dem 18. November und die LeG-Halle ab dem 24. November wieder für Vereine und den Schulsport freigegeben werden kann. Für den Fall allerdings, dass per Amtshilfe-Ersuchen das Land eine längere Unterbringung erbitte, werde man dem nachkommen, erklärt Uwe Liestmann. „In der Abwägung ist nichts anderes möglich.“ Angesichts der Temperaturen sei es keine Option, die Turnhallen in jedem Fall zu räumen, womit die Flüchtlinge kein festes Dach mehr über dem Kopf hätten.

Nach Stand vom Dienstagnachmittag leben in der Pestalozzi-Halle 88 von ursprünglich untergebrachten 105 Flüchtlingen und in der LeG-Halle noch alle 99 am Montagabend eingetroffenen Flüchtlinge.

Von Norman Reuter

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