Kreistagswahl: CDU und SPD verlieren, Grüne legen deutlich zu

Keine klaren Mehrheiten

Über den Sieg von Landratskandidat Heiko Blume freute sich CDU-Kreisfraktionschef Claus-Dieter Reese sehr. Weniger zufrieden war er mit dem CDU-Ergebnis bei der Kreistagswahl. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Die beiden großen Parteien im Uelzener Kreistag haben bei der gestrigen Kommunalwahl deutlich Stimmen verloren, großer Gewinner sind dagegen die Grünen. Klare Mehrheitsverhältnisse kamen jedoch nicht zustande.

Das amtliche Endergebnis lag gegen Mitternacht allerdings noch immer nicht vor. Es waren lediglich 181 von 184 Wahlbezirken ausgezählt. Demnach erreichte die CDU 39,72 Prozent der Stimmen (bei der Kommunalwahl 2006 waren es 44,36 Prozent) und sicherte sich damit 17 Kreistagsmandate – zwei weniger als vor fünf Jahren. Zweitstärkste Kraft wurde erneut die SPD, die 30,84 Prozent (2006: 34,80 Prozent) erzielte. Sie verlor einen Sitz und kam auf 13 Mandate. Ihr Ergebnis mehr als verdoppelt haben hingegen die Grünen mit 15,40 Prozent (2006: 7,35 Prozent). Sie sind nun mit sechs statt drei Sitzen im neuen Kreistag vertreten. Leichte Gewinne verbuchte auch die UWG mit 7,52 Prozent (2006: 6,26 Prozent). Die Zahl ihrer Kreistagsmandate ist mit drei aber unverändert.

Jeweils einen Sitz sicherten sich die FDP mit 3,09 Prozent (2006: 4,48 Prozent), die Wählergemeinschaft „Keine A 39 – Liste Zukunft“ mit 1,68 Prozent (2006: 2,64 Prozent) und die Rentnerinnen- und Rentnerpartei mit 1,49 Prozent, die erstmals in den Kreistag einzog.

Ein wenig ernüchtert über das Abschneiden der CDU zeigte sich Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese. „Dass wir etwas verlieren, war zu befürchten. Wir wurden durch den Bundestrend und das Erstarken der Grünen gebeutelt“, sagte er, freute sich zugleich aber über den Sieg von CDU-Landratskandidat Heiko Blume. Welche Auswirkungen das Ergebnis auf die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag haben wird, konnte Reese aber noch nicht sagen.

„Überhaupt nicht unzufrieden“ über das Abschneiden der SPD war Fraktionsvorsitzender Jacques Voigtländer. Jetzt werde es „spannend sein, welche Gemengelage es im Kreistag gibt“. Voigtländer erwartet bei den politischen Entscheidungen künftig mehr Kompromisse. Das werde aber auch Vorteile haben: „Das Ringen um Mehrheiten verspricht viel bessere Ergebnisse als festgefahrene Positionen.“

Überglücklich war Grünen-Fraktionsvorsitzender Martin Feller. „Dass wir uns verbessern würden, war uns klar. Aber dass wir so deutlich dazugewinnen würden, lag über unseren Erwartungen. Darüber bin ich sehr froh“, gab er zu. Leichte Enttäuschung machte sich bei UWG-Fraktionschef Klaus-Georg Franke breit. „Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft“, gab er zu. Deutliche Worte fand FDP-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Proest: „Zufrieden kann man mit diesem Ergebnis nicht sein. Der Bundestrend schlägt sich hier voll nieder, das ist bitter.“

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare