„Böhse Onkelz“-Coverband vor kleinem Publikum

(K)eine glorreiche Halunken-Nacht

Kleines Publikum: Die Fans feierten die „Böhse Onkelz“-Coverband in der Stadthalle. Foto: Huchthausen

Uelzen. „Wir woll’n die Onkelz hör’n, wir woll’n die Onkelz hör’n“ schallte es durch die Uelzener Stadthalle, als die ersten Klänge des gut dreistündigen Sets der „Glorreichen Halunken“ ertönten.

Selbige verstehen sich als Onkelz-Coverband und hatten zur rund dreistündigen „Onkelzparty“ in die Stadthalle geladen.

„Böhse Onkelz“-Coverband in Uelzen

Die „Böhsen Onkelz“ hatten, besonders in ihrer Anfangsphase in den frühen achtziger Jahren, immer wieder gegen ihr rechtsradikales Image zu kämpfen, da ihnen mit dem Aufkommen der so genannten Oi!-Bewegung eine Nähe zur Skinhead-Szene nachgesagt wurde. In zahlreichen Interviews in den einschlägigen Musikmagazinen gelang es ihnen jedoch, dieses Image abzulegen, bevor sich die Band im Jahre 2005 auflöste.

Die „Glorreichen Halunken“ haben sich zum Ziel gesetzt, die Songs der Onkelz am Leben zu halten und ihren Mythos noch viele Jahre weiter zu tragen. Dabei beschränken sie sich nach eigenen Angaben nicht auf das „Herunterrattern“ der einzelnen Songs, sondern wollen bei ihren Konzerten mit ausgefeilten Lichttechniken und Pyro-Elementen eine echte „Onkelz-Atmosphäre“ erzeugen.

Davon war auf dem Konzert in der Uelzener Stadthalle leider nur wenig zu spüren: vereinzelte Spotwechsel, eine – wohl aufgrund der baulichen Bestimmungen der Stadthalle – fehlende Pyro-Show, und eine Band, die ihre Songs zwar professionell, aber fast schon „brav“ herunterspielte. Man darf sich fragen, ob das Ambiente der Stadthalle für derartige Konzerte überhaupt geeignet ist.

Erschwerend kam hinzu, dass das Konzert nur mäßig besucht war und sich die Fans bereits vor Ende des ersten Drittels in und außerhalb des Stadthallengeländes zerstreuten, so dass vor der Bühne zeitweise gähnende Leere herrschte. Veranstalter DJ „Ente“ vom Rockbüro Road Crew Eventservice Magdeburg gab sich dennoch zuversichtlich: „Zufrieden sind wir sicherlich nicht, aber man muss solchen Events auch erst einmal die Chance geben, sich zu etablieren.“

Von Oliver Huchthausen

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