Ausschuss: Kreis soll auf Geld für Tagespflege während Lockdown verzichten

Keine Gebühren für Notbetreuung im Kreis Uelzen

Ein Junge stärkt sich nach anstrengendem Spiel in einer Notbetreuung mit einer Tasse Wasser: Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Uelzen will, dass Eltern für die Inanspruchnahme der Not-Tagespflege nicht zahlen müssen.
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Ein Junge stärkt sich nach anstrengendem Spiel in einer Notbetreuung mit einer Tasse Wasser: Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Uelzen will, dass Eltern für die Inanspruchnahme der Not-Tagespflege nicht zahlen müssen.

Uelzen/Landkreis – Die Corona-Krise und das durch den Lockdown zum Erliegen gekommene öffentliche Leben hatten auch massive Auswirkungen auf Familien mit Kindern im Landkreis: Mit der Mitte März vom niedersächsischen Gesundheitsministerium ausgesprochenen Sondersatzung wurde der Betrieb von Kindertagespflege untersagt.

Claudius Teske, Erster Kreisrat

Erst im Mai wurde die Verordnung wieder aufgehoben. Der Kreisausschuss hatte im April beschlossen, auf die Kostenbeiträge der Eltern von Kindern in Tagespflege zu verzichten, solange eine Inanspruchnahme nicht möglich sei. In der Zeit der Schließung konnte allerdings eine Notbetreuung in Anspruch genommen werden. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hatte nun in seiner Sitzung am Mittwoch eine Empfehlung darüber auszusprechen, ob Eltern, die eine Notbetreuung in Anspruch genommen hatten, mit Kosten belegt werden sollen.

Der auch für den Bereich Jugend zuständige Kreisrat Claudius Teske erläuterte dem Gremium: „58 Kinder wurden im Rahmen der Notbetreuung in Tagespflege versorgt.“ Zum Teil umfasste der Betreuungsumfang laut Verwaltung nur wenige Tage. Die Kostenbeiträge belaufen sich auf insgesamt 22.000 Euro.

Es sei allerdings, führte die Kreisverwaltung aus, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation damit zu rechnen, dass Eltern Minderungsanträge stellen werden, sodass sich die Einnahmen noch einmal deutlich reduzieren werden. Es sei davon auszugehen, dass ein Großteil dieser Anträge durch die veränderten Einkommensverhältnisse auch tatsächlich zu einem geringeren oder gar keinem Kostenbeitrag führen würden.

Der Verwaltungsaufwand zur Ermittlung der Kostenbeiträge werde indes immens sein. Teske: „Der zu erwartende Mehrertrag durch die Kostenbeiträge wäre vermutlich ebenso hoch oder gering wie der Aufwand, den die Verwaltung haben würde.“

Außerdem: „Es wäre angesichts der schwierigen Situation, in der sich viele der Eltern befinden, ungerecht zu sagen, jetzt muss auch noch bezahlt werden“, meint Teske. Es läge wesentlich näher, großzügig zu sein. Dieser Empfehlung schloss sich der Jugendhilfeausschuss einstimmig an. Dem Kreistag wird vorgeschlagen, in seiner Sitzung am 7. Juli zu beschließen: Für die Inanspruchnahme von Angeboten der Förderung von Kindern in Kindertagespflege wird für den Zeitraum vom 1. April bis 31. Mai 2020 kein Kostenbeitrag erhoben. Auch nicht für die Notbetreuung. (VON MICHAEL MICHALZIK)

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