Keine Einigung im Metronom-Prozess

Metronom

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Ein hervorragendes Zeugnis und 250 000 Euro Abfindung – dieses Vergleichsangebot hatte das Landgericht Lüneburg den beiden entlassenen Geschäftsführern der Metronom-Eisenbahngesellschaft sowie deren Arbeitgeber, der OHE, gemacht. Bis vergangenen Freitag mussten sich die Parteien entscheiden, ob sie diesem Vorschlag zustimmen – und zumindest eine hat sich dagegen entschieden: „Es gibt keinen Vergleich“, erklärte gestern Gerichtssprecherin Fatima Natho auf Nachfrage der AZ. Nun muss die für Handelssachen zuständige Kammer ein Urteil sprechen. Als Termin wurde der 23. September um 9 Uhr anberaumt.

Die Geschäftsführer des Uelzener Unternehmens, Henning Weize und Carsten Hein, waren im April fristlos entlassen worden, nachdem ihr Vertrag beim Metronom zuvor erst ab 1. Februar 2010 um fünf Jahre verlängert worden war. Die Güteverhandlung um die Kündigung hatte erstmals Einblicke in die Hintergründe gebracht. So standen die Geschäftsführer vor dem Problem, dass sie einerseits die Gesellschafter des Metronom über strategische Entscheidungen informieren mussten, andererseits es sich bei diesen Gesellschaftern um andere Eisenbahnen handelt, die zum Teil auch Konkurrenten etwa bei Streckenausschreibungen waren. Zum endgültigen Bruch kam es dann wegen einer EDV-Software, die der Metronom von der OHE beziehen musste und mit der Metronom-Mitarbeiter offenbar ohne deren Wissen überwacht werden konnten. Weize und Hein sahen darin einen Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz.

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