Keine Asylbewerber in der Dohrmannschule

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Die Schule steht leer.

BAD BEVENSEN/LANDKREIS - Der Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt Bad Bevensen hat sich vorerst gegen die Nutzung der leer stehenden Dohrmannschule als Asylbewerberunterkunft ausgesprochen.

Bevor die Politik der Kurstadt grünes Licht für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans für das Gelände am Lönsweg gibt, soll der Landkreis genauer erklären, wie Flüchtlinge in dem Förderschulgebäude untergebracht werden sollen.

„Wir wollen eher eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber“, erklärt Bürgermeister Martin Feller (Grüne). Sammelunterkünfte würden kritisch gesehen: „Wir glauben, dass die Leute, wenn sie an unterschiedlichen Orten untergebracht sind, eher Anschluss finden und dass nicht so schnell Brennpunkte entstehen können“, argumentiert Martin Feller.

Der Landkreis Uelzen, der für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig ist, hatte bei der Kurstadt angefragt, ob diese grundsätzlich bereit wäre, den Bebauungsplan für das Gelände, auf dem heute die Dohrmannschule steht, zu ändern. Dieses wäre Voraussetzung dafür, dass der Landkreis das ihm eigene Areal in der angedachten Weise umnutzen kann.

Bei einem anderen Standort für Asylbewerberunterkünfte in der Kurstadt hat der VA, der grundsätzlich nicht öffentlich tagt, weniger Bedenken: Den Plänen des Uelzener Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der in der ehemaligen „Villa am Park“ an der Ebstorfer Straße Flüchtlinge unterbringen möchte, stehen die Politiker positiv gegenüber – wenn einige Bedingungen beachtet werden: „Es soll ein öffentlich rechtlicher Vertrag mit dem Landkreis aufgesetzt werden“, erklärt Ordnungsamtsleiter Lothar Jessel.

In dem Papier solle unter anderem eine zeitliche Befristung festgelegt werden. Eine Maxime, die auch den Vorstellungen des DRK entspricht. Dessen Kreis-Geschäftsführer Heinz Meierhoff hatte bereits angekündigt, die Unterbringung von Asylbewerbern in der Villa am Park auf drei bis fünf Jahre beschränken und dann auf dem Gelände an der Ebstorfer eine barrierefreie Wohnanlage bauen zu wollen.

Derzeit prüfen Landkreis und DRK die rechtlichen Bedingungen für die Einrichtung eines Asylbewerberheims in der Villa. „Ich hoffe, dass wir in vier Wochen so weit sind“, kommentiert Heinz Meierhoff.

Auf Landkreisebene arbeite der Kreisverband gemeinsam mit dem Kreissozialamt sowie der Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrsverbände, der Caritas, Paritätischer, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie sowie DRK angehören, und dem Jugendmigrationsdienst an einem Gesamtkonzept, wie die Betreuung, Aufnahme und Integration von Asylbewerbern praktisch umgesetzt werden kann.

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