Badue-Leiter Holger Hasper erklärt Corona-Herausforderung im Hallenbad

„Es ist kein Urlaubsparadies“

Holger Hasper, Bad-Leiter im Badue, erklärt die Herausforderung des Hallenbad-Betriebs in Zeiten von Corona. Täglich werden die Auflagen auf den Prüfstand gestellt.
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Holger Hasper, Bad-Leiter im Badue, erklärt die Herausforderung des Hallenbad-Betriebs in Zeiten von Corona. Täglich werden die Auflagen auf den Prüfstand gestellt.

Uelzen – Keine Rutsche, kein Sprungturm, kein Whirlpool: Ein unbeschwertes Badevergnügen ist im Uelzener Hallenbad derzeit kaum möglich. Grund: natürlich Corona.

„In dieser kritischen Zeit setzen wir bewusst auf den reinen Schwimmsport und nicht auf ein unterhaltsames Badevergnügen“, sagt dazu Markus Schümann, Geschäftsführer der Stadtwerke Uelzen.

„Wir haben nicht den Platz wie im Freibad“, erklärt Bad-Leiter Holger Hasper die gestiegene Herausforderung. Durften sich im Freibad zum Saisonende immerhin bis zu 500 Menschen gleichzeitig aufhalten, sind im Hallenbad jetzt nur noch höchstens 150 Gäste zulässig.

Und die haben sich an einige Auflagen zu halten: Gelbe Pfeile zeigen draußen auf der Treppe zum Eingang die Einbahnstraßen-Regelung an, außerdem ist wie schon im Freibad eine vorherige Registrierung notwendig. Duschen, Umkleiden und Toiletten sind nur eingeschränkt zu benutzen. Und, wie erwähnt, sind die Spaß-Attraktionen geschlossen. Stündlich schallen zudem Lautsprecherdurchsagen durch das Bad, die auf die Einhaltung der Hygieneregeln hinweisen. „Wir möchten den Gästen das Schwimmen ermöglichen“, sagt Hasper. „Aber es ist kein Urlaubsparadies.“

Betroffen sind auch Sportvereine und Schulklassen, die das Badue außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen, um Kontakt mit anderen Badegästen zu vermeiden. Etwa acht Vereine trainieren laut Stadtwerke-Sprecherin Franziska Albrecht pro Woche im Hallenbad. Eine weitere Auflage gilt für den Schwimmunterricht der Schulen: „Für Trainingsgeräte müssen die Lehrer selber sorgen, diese dürfen wir nicht herausgeben“, sagt Albrecht.

Auch Schwimmkurse wie etwa für das Seepferdchen-Abzeichen können nicht im gewohnten Umfang stattfinden, obwohl man in der Freibad-Saison positive Erfahrungen gemacht habe, so Albrecht. Für die Herbstferien sei ein erster Seepferdchen-Kurs geplant. An diesem müsse aber auch immer ein Elternteil teilnehmen, um möglichst Kontakt zum Bad-Personal zu vermeiden.

Alle Auflagen werden laut Holger Hasper täglich auf den Prüfstand gestellt. So könne man schnell reagieren, sollte sich das Infektionsgeschehen entsprechend verändern. Eine mögliche Verschärfung der Auflagen hängt laut Hasper auch vom Verhalten der Badegäste ab. Das sei aber in der Regel vernünftig.

Die schärferen Regeln im Hallenbad stoßen auf Verständnis. „Man muss sich zwar daran gewöhnen, aber dann klappt das auch“, sagt etwa eine Schwimmerin, die schon morgens ihre Bahnen zieht. Sorgen mache sie sich keine: „Also ich habe da keine Angst. Ich fühle mich hier sicher.“ VON DANIEL BIELING

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