„Kein Tauwetter, bitte!“

Uelzen/Landkreis - Von Jürgen Köhler-Götze. „Wir brauchen jede Rübe“, bekräftigt Georg Sander, Rübenmanager der Zuckerfabrik Uelzen. Einerseits war wegen des strengen Frosts bis in den März hinein die Vegetationsperiode kürzer war als sonst. Andererseits hatten wir im Sommer eine lange Phase mit wenig Niederschlägen. Die Folge: Eine nicht sonderlich berauschende Ernte. „Der Zuckergehalt der Rüben liegt in diesem Jahr ungefähr drei Prozent unter dem Mittel der vergangenen fünf Jahre.“ Und auch die Tonnage bleibt weit hinter dem Erntejahr 2009/2010 zurück, das allerdings mit rund 20 Prozent über der Durchschnittsernte ein extremer Ausreißer war.

Die Zuckerrübenanbauer sind zum Abschluss der Ernte jetzt vom frühen Wintereinbruch kalt erwischt worden. Frost und Schnee kamen zwei Wochen früher als im vergangenen Jahr.

200 bis 300 Hektar Zuckerrüben sind noch nicht in Mieten eingelagert, sondern noch in der Erde und können derzeit kaum geerntet werden. Die Rübenbauern, die noch rechtzeitig ernten konnten, sind teilweise auch nicht viel besser dran. Die in Mieten auf dem Feld zwischengelagerten Rüben müssen bis zum Transport in die Zuckerfabrik mit einem speziellen Vlies abgedeckt werden, damit sich keine Frostschäden einstellen. Dieses Vlies allerdings war einige Tage nicht lieferbar und die in dieser Zeit gerodeten Rüben haben Frost abbekommen. Zum Problem wird der Frost, wenn die Rüben wieder auftauen. Dann nämlich werden sie glasig, der Zucker wird zu Alkohol umgebaut und die Rüben verderben dann relativ schnell. Dann taugen sie bestenfalls noch für die Biogasanlage. Deswegen hoffen alle darauf, dass bis zum Abschluss der Kampagne die Temperaturen im Keller bleiben mögen.

Um noch zu retten, was zu retten ist, haben Zuckerfabrik und Maschinenring den Abtransport der gefährdeten Mieten vorgezogen – nicht immer zur Freude der Landwirte, die jetzt auf den Transport ihrer rechtzeitig geernteten Rüben warten müssen.

Das nächste Problem hat dann Rübenmanager Georg Sander in der Zuckerfabrik: „Die Rüben frieren aneinander fest und vor allem bleiben Steine daran kleben. Die geraten dann ins Schneidwerk.“ Freude komme da keine auf, schlimmer aber wäre noch, wenn es durch Tauwetter Ausfälle gebe.

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