Tiertafel-Verein sucht nach Raum, um Hunden und Katzen zu helfen

Kein Platz für Tiere?

+
Der kleine fröhliche Flirt von Wolfgang Roboom und seiner Doggen-Hündin Elli (Foto: Hasse) wird sich bald woanders abspielen müssen.

Uelzen. Wolfgang Roboom sucht nach einer neuen Bleibe, um Tiere von Hilfebedürftigen zu helfen. 210 Menschen sind bei dem von ihm vertretenen Tiertafel-Verein registriert.

Zusammen haben sie 130 Hunde, 236 Katzen, neun Kaninchen, zehn Meerschweinchen und mehrere Hasen, Sittiche, Hamster oder andere Tiere, deren Futter sich die Bedürftigen nicht leisten können. Bisher ist die Tiertafel in einem kleinen Gebäude hinter der KFZ-Zulassungsstelle beim alten Markt untergebracht. Da muss sie bald raus. Denn die Stadt, der das Gebäude gehört, will die Räume vermieten. Und die Suche nach einer neuen Futtervergabestation ist schwierig.

Seit etwa einem Jahr, sagt Roboom, weiß er, dass die Tiertafel bald raus muss. Seitdem putzt er Klinken bei möglichen Vermietern. „Wir bekommen das Gefühl, dass man uns nicht will“, sagt er. Nach ersten Gesprächen mit möglichen Vermietern heiße es dann, es sei schon vermietet, oder es gibt eine direkte Absage. Roboom glaubt, dass viele Menschen auch Vorurteile haben – dass sie befürchten, alkoholisierte Sozialfälle bei sich vor der Tür zu haben, mit unerzogenen Hunden. „Das stimmt einfach nicht“, sagt der Vereinsvorsitzende, „das sind nette Leute, die zum großen Teil unverschuldet in Not geraten sind. Und mit den Tieren gibt es keine Beißereien.“ Einmal in der Woche (derzeit Mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr) wird Futter verteilt, zum Teil finanziert der Verein auch Tierarztkosten. Das Angebot gilt nur für die, die schon ein Tier hatten, als sie in Not gerieten. Nun hofft Roboom auf jemanden, der etwa 30 Quadratmeter ungenutzte Fläche hat, die der Verein nutzen könnte. Viel zahlen kann der Verein dafür leider nicht: 100 Euro sind das Maximum. Bereits jetzt, erklärt Roboom, sei der Verein auf Spenden und Straßensammlungen angewiesen, um die Tiere versorgen zu können, die von ihren Halter nur noch schwer ernährt werden können.

Manfred Knaak, Kaufmännischer Vorstand des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg, musste Roboom die schlechte Nachricht von neuen Mietern an der Zulassungsstelle übermitteln. Das Haus koste der Stadt derzeit nur Geld, und Unternehmen, die beispielsweise KFZ-Schilder herstellen, würden den Raum vermutlich gern nehmen. Knaak selbst hofft, Roboom helfen zu können. „Ich stehe ihm zur Seite. Leider hat die Stadt derzeit keinen Platz.“ Das Haus war der Tiertafel bisher vorläufig gestellt worden. So ist Roboom darauf angewiesen, dass irgendein Vermieter nicht Wert auf das Geld, sondern auf den Dienst am Tier legt.

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare