Kriminalitätsbilanz weist aber ein Drittel mehr Einbrüche aus

Kein Pflaster für Räuber

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Dramatischer Einsatz in Bad Bevensen: Ein Mann hatte seine Mutter umgebracht und dann die Wohnung angezündet.

tm Uelzen. Es war eine monatelange Ermittlungsarbeit, die schließlich im Juli von Erfolg gekrönt war: Die Festnahme der Bankräuber von Westerweyhe ist das Ergebnis intensiver Nachforschungen, bei denen die Uelzener Kriminalpolizei alle Register zog.

Auch zwei weitere Raubüberfälle auf Spielhallen in Uelzen und Bad Bodenteich konnte die Uelzener Kripo aufklären – und so sprach Polizeichef Dieter Klingforth jetzt bei der Vorstellung der kriminalpolizeilichen Bilanz des Jahres 2014 davon, dass der Kreis durchaus ein „schlechtes Pflaster für Räuber“ sei.

Noch dramatischer als die Überfälle war das einzige Tötungsdelikt des vergangenen Jahres: In Bad Bevensen tötete ein Mann zunächst seine Mutter, die er über Jahre gepflegt hatte, und zündete dann die in einem Mehrfamilienhaus befindliche Wohnung an.

Die weiteren Eckpunkte der Kriminalitätsbilanz im Kreis Uelzen:

Straßenraub: Die Zahl der Taten stieg von 35 im Jahr 2013 auf 40 im vergangenen Jahr. „Diese Zahlen muss man über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachten, Schwankungen sind da normal“, erklärt Polizeichef Klingforth.

Körperverletzungen: Sie bewegen sich laut Polizeichef seit Jahren auf sinkendem Niveau, 499 wurden vergangenes Jahr gemeldet. „Das ist von vielen Zufällen abhängig; etwa wie viele Taten tatsächlich angezeigt werden.“

Diebstähle: Diese Zahl ist im großen Maß davon abhängig, wie viele Ladendiebstähle gemeldet werden – sind die Ladendetektive fleißig, gibt es mehr Anzeigen. Gemeldet wurden 2014 außerdem 309 Fahrraddiebstähle.

Einbrüche: „Diesmal hat es uns auch getroffen, dass wir im Landkreis Uelzen von überregionalen Tätern heimgesucht wurden“, schildert Dieter Klingforth. Zwar seien die Zahlen noch deutlich geringer als im von Autobahnen umgebenen Landkreis Harburg, „aber jeder Einzelfall ist für die Betroffenen natürlich ärgerlich“. 97 Wohnungseinbrüche wurden 2014 im Kreis Uelzen gezählt, ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Ein Einbrecher hatte sich in Bad Bevensen einquartiert und prellte dort die Zeche. Nach diversen Einbrüchen unter anderem in hiesigen Arztpraxen war er von Oldenburg bis Rosenheim in ganz Deutschland aktiv und wurde schließlich in Bayern geschnappt.

Von Thomas Mitzlaff

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