Kein gänzlich sang- und klangloser Schluss

Fünfjährige Ära des regelmäßigen RUEdelsingens in Uelzen geht zu Ende

Zum RUEdelsingen kamen regelmäßig 50 bis 70 Menschen zusammen, wie hier auf dem Uelzener Schnellenmarkt. Nach fünf Jahren endet die Aktion jetzt.
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Zum RUEdelsingen kamen regelmäßig 50 bis 70 Menschen zusammen, wie hier auf dem Uelzener Schnellenmarkt. Nach fünf Jahren endet die Aktion jetzt.

Uelzen – Angeregt durch das im Süden der Republik gern gepflegte Wirtshaussingen, hatte sich Georg Lipinsky zu seinem 75. Geburtstag ein „Offenes Singen“ im „Theater an der Ilmenau“ gewünscht. Recht viele Sangeslustige leisteten diesem Wunsch damals Folge.

Und so kamen der gesanglich versierte Lipinsky und sein gitarrespielender Freund Lutke Ebeling auf die Idee, eine regelmäßige Sangesrunde in Uelzen zu etablieren.

Für Freitag, 12. Februar 2016, riefen die beiden zu einem gemeinsamen Singen in der Vinothek „Gutenberg“ an der Rademacherstraße auf, und rund 80 Teilnehmer fanden sich damals zusammen, um in fröhlicher Runde Volks- und Wanderlieder zu singen. Geplant zunächst nur mit Gitarrenbegleitung, kam wenig später mit Ursula Wendt am Akkordeon eine prägende Instrumentenstimme dazu.

Zeitweilig begleiteten weitere zwei Gitarren die sich bei 50 bis 70 Sängern einpendelnde, sich – bis auf Ausnahmen – an jedem ersten Freitag im Monat treffende Runde. Die Benutzung des Begriffes „Rudelsingen“ untersagte ein in Münster ansässiger Veranstalter, der unter der Bezeichnung in größerem Stil professionelle Gesangsabende durchführte. Lutke Ebeling hatte daraufhin die Idee, das Ganze zum RUEdelsingen umzudeklarieren – mit UE, wie das Autokennzeichen des Landkreises. Dabei blieb es dann auch. Die RUEdelsänger schmetterten ihre Lieder regelmäßig auf dem Weinmarkt im Schatten von St. Marien.

Auch auf den Uelzener Hansefesten sah man sie auf der Bühne. Häufig trugen sie, wenn das Wetter und die Temperaturen es zuließen, Bänke und Stühle zum Brunnen. Nicht der vor dem Tore, sondern der Brunnen auf dem Schnellenmarkt war das Ziel. Einfach Singen – „als Gymnastik für die Seele“ – war angesagt.

Unentbehrlich waren Liedertexte. Dazu wurden zwei Liederbücher mit Volksliedern angeschafft, zusätzlich gab es jedes Mal noch weitere gedruckte Liedtexte. Natürlich wurden auch Liedwünsche einzelner Teilnehmer erfüllt.

Es gab einen festen Rahmen: Im ersten Block machte „In der Lüneburger Heide“ den Beginn, im zweiten Block wurden das „Europalied – Freude schöner Götterfunke“ und ein Kanon gesungen, das Abschluss-Lied war jedesmal „Kein schöner Land“.

Die Unbeschwertheit, dieses „sich den Staub von der Seele singen“, war für die meisten die Motivation. Auf die nachempfundene Melodie „Schön ist der Zylinderhut“ wurden viele Strophen auf die Hansestadt Uelzen gedichtet und dann mit Inbrunst gesungen.

Zum vorerst letzten gemeinsamen Singen traf sich die Sangesgemeinschaft am 7. Februar 2020 in der Vinothek ,Gutenberg‘. Ab April dieses Jahres sollte das RUEdelsingen eigentlich regelmäßig im Neuen Schauspielhaus an der Rosenmauer stattfinden – doch dann kam Corona.

So ganz sang- und klanglos möchten Lipinsky und Ebeling das RUEdelsingen allerdings nicht untergehen lassen: „Wenn Corona vorbei ist“ – so Lipinsky – „wollen wir uns mal wieder treffen, aber eine so regelmäßige Veranstaltung – wie gehabt – soll es nicht wieder werden.“ Zur Erinnerung an fünf Jahre fröhlicher Gesangsabende gestaltete Lipinsky – ganz Künstler – eine Jubiläums-Urkunde. (Von Folkert Frels)

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