Pfosten bleiben gegen den Willen der Molzener vorerst stehen

Kein Ende der Poller-Posse in Molzen

+
Erhitzen die Gemüter der Molzener: die rot-weißen Poller an der Straße „Zur Wipperau“.

Uelzen-Molzen – Wenn ihnen die Poller an der Straße „Zur Wipperau“ ins Auge springen, sehen viele Molzener rot – und das nicht nur wegen der Signalfarbe. Weil die Bürger kritisiert hatten, dass an dieser Stelle zu schnell gefahren würde, hat die Verwaltung kurzerhand die metallenen Pfeiler aufgestellt und damit den Unmut der Molzener auf sich gezogen (AZ berichtete).

Obwohl sie die Poller lieber heute als morgen wieder weghaben wollen, bleiben sie vorerst stehen.

Als Grund nennt die Verwaltung eine Messung von Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeit, die noch im ersten Quartal 2019 erfolgen soll. „Die Situation wird letztlich nach Auswertung der Messdaten noch einmal ganzheitlich betrachtet“, erklärt Stadtsprecherin Ute Krüger. Der Einbau der Poller sei in Abstimmung mit der Polizei geschehen. Dort habe ein Experte bestätigt, dass die Poller ein geeignetes Mittel seien, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen und das Überfahren der Bordsteine zu verhindern. Das schütze am Ende die Nutzer des Bürgersteigs.

Das sehen die Molzener anders, wie sie jetzt einmal mehr im Ortsrat deutlich gemacht haben: „Die Poller sind eine Behinderung für die Fußgänger“, sagt Ratsherr Karl-Heinz Schmäschke (Grüne). Der Ortsrat habe bereits in seiner vergangenen Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Poller entfernt werden sollen. „Da hat man das Gefühl, dass die Verwaltung meint, ihre Allmächtigkeit demonstrieren zu müssen und sich Ratsbeschlüssen widersetzt.“ Michael Kopske vom Fachbereich Planung und Bauaufsicht entgegnet, dass es sich bei den Pollern um eine laufende Verwaltungsangelegenheit im Rahmen der Verkehrssicherheit handele und in so einem Fall kein Beschluss durch politische Gremien, wie dem Ortsrat, vorgesehen ist.

Von Verkehrssicherheit kann laut dem Karl-Heinz Schmäschke nicht die Rede sein: Wegen der Poller komme es an der Straße „Zur Wipperau“ inzwischen zu „abenteuerlichen Rücksetzmanövern“, wenn sich dort beispielsweise zwei Traktoren begegnen. Und auch für Radfahrer oder Passanten mit Kinderwagen werde die Nutzung des Gehsteigs durch die Poller nicht einfacher.

Michael Kopske verweist auf die anstehende Verkehrsmessung, durch die Grundlagedaten ermittelt werden sollen und ob „dort mit 25 km/h oder mit 70 gefahren wird“. Das mache keinen Sinn, findet ein Zuhörer: „Welche Grundlage? Es gibt keine Vergleichswerte, wie es ohne die Poller war.“

Die Molzener werden sich vorerst gedulden müssen. „Fest steht: Es sieht sch... aus und wir wollen, dass die Poller wegkommen“, fasst Ortsbürgermeister Henning Gröfke (CDU) die einhellige Meinung der Molzener zusammen.

VON SANDRA HACKENBERG

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare