Kein attraktiver Partner

Jürgen Schulz

Uelzen/Lüchow-Dannenberg - Von Marc Rath. Von gravierenden Änderungen in der kommunalen Struktur in der Region geht Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz aus. "Wir sind dabei ein absoluter Übernahmekandidat", weiß der erste Mann des Nachbarkreises. Doch er stellt auch fest, dass Uelzen und Lüneburg "noch lange nicht so weit sind, sich dafür zu öffnen".Der politische Wille der Landesregierung, das Fusionsthema in der Region zu forcieren, ist für Schulz unterdessen unverkennbar: "Es ist schon bezeichnend, dass Ministerpräsident Christian Wulff beim Sommerfest in Uelzen diesem Thema den größten Raum eingeräumt hat." Die Botschaft sei klar: "Bewegt Euch!"Doch sein Landkreis sei angesichts des dauerhaften Defizits "kein attraktiver Fusionspartner", räumt der Landrat zugleich ein.

Die Effekte einer Zusammenlegung würden nicht zu einem ausgeglichenen Haushalt führen. "Dazu bedarf es keines Gutachtens", meint Schulz. Einer Expertise würde er sich jedoch nicht verweigern. "Wir sind gesprächsbereit."Ein Gutachten macht auch nach Ansicht von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat derzeit keinen Sinn: "Ich teile die Sicht von Landrat Theodor Elster, dass dies jetzt nicht zu neuen Erkenntnissen führen wird." Der Kreis dürfe nicht allein darauf vertrauen, dass ausreichend Geld vom Land komme.Lukat plädiert dafür, nicht allein auf die Kreisorganisation abzuheben. "Wir müssen untersuchen, welche Aufgaben sich sinnvoll und effektiv zusammenlegen lassen." Das gehe mitunter auch unter dem Dach von zwei oder mehr Landkreisen.Im Nachbarkreis ist die Stimmung gespalten: Bei einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage der Elbe-Jeetzel-Zeitung gingen 1811 Stimmen ein. 78 Prozent plädierten dafür, Lüchow-Dannenberg zu zerschlagen: Den Norden nach Lüneburg, den Süden zu Uelzen. 13 Prozent sprachen sich gegen Fusionen aus, je zwei Prozent befürworteten Uelzen beziehungsweise Lüneburg. Eine Lösung mit Uelzen und Lüneburg bekam vier Prozent Zustimmung."Ein bisschen erschreckend", wertet Landrat Schulz das Ergebnis. Er sieht einen geteilten Landkreis skeptisch – Lüchow-Dannenberg werde ohnehin an Gewicht verlieren, dann jedoch noch mehr. Eine Reform werde aber erst dann greifen, wenn sie nicht aus Zwang geschieht, sondern von Einsicht bestimmt ist, glaubt Schulz. Viele im Nordosten Niedersachsens "sind da noch nicht so weit", meint er.

Erschienen: 24.07.2009: AZ / az / Seite:1

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