70 Feuerwehrmänner bei Auftaktveranstaltung / Erwartet wurden 200

(K)ein Angriff gegen Rechts

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Dieter Ruschenbusch (links) sagte am Sonnabend zum Thema Rechtsradikale in Feuerwehren: „In unseren Reihen sind uns keine Vorfälle bekannt“.

Uelzen. Angekündigt waren 200 Feuerwehrmänner, gekommen sind nur 70: Zur Auftaktveranstaltung zum Projekt „Löschangriff gegen Rechts“ (die AZ berichtete) für die Landkreise Uelzen, Celle, Lüneburg, Harburg und Lüchow-Dannenberg sind weniger Kameraden erschienen, als von den Initiatoren angenommen.

„Bei uns auf den Dörfern ist die Unterwanderung durch Rechte aussichtslos“, fühlen sich die Feuerwehrleute aus Suhlendorf sicher. „Bei uns kennt doch jeder jeden. “.

Verena Scherp

Beim Startschuss der Aktion im Uelzener Rathaussaal sollten Führungspersonen der Ortsfeuerwehren für das Erscheinungsbild von rechtsextremen Aktivitäten sensibilisiert werden. Aufgeschreckt durch Vorfälle in anderen Institutionen, so berichtet der Uelzener Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch, habe sich der Landesfeuerwehrverband zu Multiplikatorenseminaren entschieden, bei denen zunächst die Führungsebenen der Freiwilligen Feuerwehren über das Thema Rechtsradikalismus informiert würden. Workshops auf Kreis- und Ortsebene sollen folgen.

Ausführliche Informationen darüber, woran Rechtsextreme zu erkennen sind, sollen künftig in die Seminare für Führungsaufgaben integriert werden. „In unseren Reihen sind uns keine Vorfälle bekannt“, sagte Ruschenbusch am Sonnabend. Aber im Kreis wolle man vorbereitet sein, falls Personen aus rechtsextremen Kreisen versuchen, Kontakt zu den Ortsverbänden aufzunehmen. Im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg sind solche Kontaktaufnahmen bekannt. „Da kamen mal welche aus Salzwedel“, sagt einer der Kameraden, die aus dem Nachbarkreis zu der Veranstaltung nach Uelzen gekommen waren.

Auch wenn die Rechten heute nicht mehr mit Springerstiefeln und Bomberjacken auftreten, so Claus Bauck, Kreisbrandmeister aus Lüchow-Dannenberg und Initiator der Auftaktveranstaltung, sei rechte Gesinnung an der Verwendung von bestimmten Symbolen, Musiktexten und Phrasen zu erkennen. Wie Rechtsextreme auszumachen sind, darüber referierte Verena Scherp vom Niedersächsischen Innenministerium. „Achten Sie auf Tätowierungen, typische T-Shirt-Aufdrucke und Musikstücke“, mahnte Scherp.

Wie Dieter Ruschenbusch sagte, sieht er durch den Rückgang der Feuerwehrkameraden einen Ansatzpunkt für Rechtsradikale: „Wenn immer weniger Personen bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, dürfen diese Personengruppen keine Gelegenheit erhalten, sich in Funktionen einzuschleichen.“

Von Angelika Jansen

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