Stadt prüft Möglichkeit, Fußweg für Radfahrer freizugeben

Nach Bürgerprotest: Kehrtwende in Kirchweyhe?

+
Radler in Kirchweyhe sollen hier auf die Straße – wo sie jahrelang den zuvor gemischten Rad- und Gehweg nutzten.

Uelzen/Lüneburg. Dieses Beispiel könnte Schule machen: Nach dem Protest von Kirchweyher Bürgern überprüft die Stadt Uelzen die Radweg-Regelung im Ortsteil Kirchweyhe, wie Sprecher Markus Nieber gestern mitteilte.

Nach Suderburg und Bienenbüttel hatte sich auch in Uelzens Norden jüngst Protest geregt, weil Radfahrer nicht mehr auf dem vormals kombinierten Rad- und Fußwegen fahren dürfen sollen. Ein Schild zeigt: Der Radweg endet hier, Radler müssen auf die Straße.

Grund laut Straßenverkehrsordnung: Fahrräder sind Fahrzeuge und Fahrradfahrer dürfen Gehwege innerorts nur nutzen, wenn es besondere Gefahren gibt. In Kirchweyhe war dies nicht mehr gegeben, weil nach dem Bau der Umgehung 2014 der Verkehr auf der alten B 4 stark zurückging.

„Das ist super“, sagt deswegen auch Tobias Neumann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), Kreisverband Lüneburg, nach einer Schilderung der Situation in Uelzen. Der ADFC vertritt grundsätzlich die Auffassung, dass Radler auf Straßen sicherer seien als auf kombinierten Rad- und Fußwegen – sofern Voraussetzungen wie Geschwindigkeitsbegrenzung und Verkehrsaufkommen passten.

Die Diskrepanz zwischen objektiver – statistischer – und subjektiver, von Radlern gefühlter, Sicherheit könne nur durch individuelle Betrachtungen vor Ort minimiert werden. Hierfür empfiehlt Neumann den Dialog mit den Verkehrsbehörden von Stadt oder Kreis. Dies bestätigt Stadtsprecher Markus Nieber: „Dafür sind wir da.“ Er betont aber auch, dass die Prüfung in Kirchweyhe ergebnisoffen erfolge.

Und er fügte an, dass man im Rahmen des Radwege-Konzeptes in Uelzen sehr gute Erfahrungen damit mache, Radfahrer auf die Straße zu holen. So habe sich von Bahnhofstraße in Richtung Sternviertel das Unfallaufkommen drastisch reduziert, seit die Radfahrer auf einem abgetrennten Schutzstreifen auf der Fahrbahn und nicht mehr auf dem Gehweg führen.

Von Steffen Kahl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare