Kaum Schlachthof-Kontrolle

Uelzens Kreistag stimmt gegen Antrag auf Verstärkung für das Veterinäramt

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Uelzens Kreistag hat gegen eine zusätzliche Stelle für einen Amtstierarzt im Bereich der Tierschutzkontrolle gestimmt.

Uelzen/Landkreis. Gezählt wurde gleich dreimal – sicher ist sicher: Mit einer denkbar knappen Abstimmung wurde jetzt im Kreistag ein Antrag der Grünen zum Stellenplan 2019 abgelehnt.

Die Fraktion hatte gefordert, dass der Landkreis eine zusätzliche Stelle für einen Amtstierarzt im Bereich der Tierschutzkontrolle schaffen solle.

Mit dieser Forderung stießen die Grünen keineswegs auf taube Ohren. Sowohl die SPD als auch die FDP-Fraktion stimmten im Kreistag für die Einstellung eines weiteren Tierarztes, doch mit 18 zu 19 Stimmen mussten sich die Grünen letztlich geschlagen geben.

Markus Jordan

Zuvor hatte Markus Jordan (Grüne) vor dem Kreistag noch einmal für die zusätzliche Stelle geworben und die aus seiner Sicht alarmierenden Zahlen auf den Tisch gelegt. In den 2518 Tierhaltungen im Landkreis wurden in diesem Jahr lediglich 188 Kontrollen durch das Veterinäramt durchgeführt, in den Schlachtbetrieben waren es sogar nur zehn Kontrollen.Die Zahl der Anzeigen zum Tierschutz sind indes von 165 im Jahr 2017 auf 233 gestiegen, die behördlichen Anordnungen in Tierschutzfällen haben sich zudem verdoppelt. „Wir lassen beim Tierschutz nicht locker“, versicherte Jordan. Es könne nicht sein, „dass mancher Stallbetreiber im Landkreis in seinem Leben noch keine Kontrolle erlebt hat“. Je weniger Prävention man betreibe, desto größer sei der „Nährboden für Schlampereien“, die schließlich zu handfesten Missständen führen könnten.

Die CDU verteidigte die Haltung der Verwaltung und plädierte wie diese dafür, zunächst eine Untersuchung zur Organisation des Amtes abzuwarten. „Wenn diese Handlungsbedarf sieht, dann stehen wir dahinter“, versicherte Stefan Hüdepohl (CDU). Im Übrigen halte er nichts davon, die Situation zu dramatisieren. „Wir sollten nicht sämtliche Tierhalter unter Generalverdacht stellen“, sagte er.

Es gehe nicht darum jemanden an den „Pranger zu stellen“, wehrte sich Jordan, sondern darum, die Ämter in die Lage zu versetzen, ihre Arbeit ordentlich ausführen zu können. Dieser Forderung schloss sich auch die SPD an, die – ebenfalls vergeblich – eine zusätzliche Stelle für das Umweltamt beantragt hatte. Man müsse das Problem der Besetzung frühzeitig angehen, mahnte Andreas Dobslaw mit Blick auf den Fachkräftemangel. „Jede Verzögerung macht die Situation nicht besser.“ Er forderte deshalb, dass die Untersuchungen der Organisation des Umwelt- und des Veterinäramtes noch im kommenden Jahr abgeschlossen werden müssten.

Von Steffen Schmidt

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