„Wir sind nicht zufrieden“

Kaum genutztes Förderprogramm in Uelzen: Bisher vier Sanierungen

Das Geschäftshaus Cordes wurde mithilfe des Förderprogramms saniert. Die Fassade zeigt nun Uelzener Wahrzeichen.
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Das Geschäftshaus Cordes wurde mithilfe des Förderprogramms saniert. Die Fassade zeigt nun Uelzener Wahrzeichen.

Uelzen – Bürgermeister Jürgen Markwardt räumt ein: „Wir sind nicht zufrieden“. Das seit 2015 laufende Städtebauförderprogramm für Uelzen wird von Hauseigentümern kaum in Anspruch genommen.

Das Programm ist als Anreiz für Hauseigentümer gedacht, ihre Immobilien sanieren zu lassen. Sie erhalten finanzielle Mittel für die Arbeiten – Bund, Land und Stadt sind die Zuschussgeber zu je einem Drittel. Im Fall von Uelzen wurde ein Sanierungsgebiet mit rund 300 Gebäuden festgelegt.

Mit beispielsweise modernen Fenstern oder einer neuen Dämmung sind Gebäude in Sachen Energieverbrauch besser ausgestattet. Jede Sanierung bedeute auch eine Aufwertung der Stadt, sagt Markwardt. Mit den Wahrzeichen der Stadt wurde im Zuge des Städtebauförderprogramms die Fassade des Geschäftshauses Cordes an Veerßer Straße 17 verziert (AZ berichtete). Doch außer dieser Maßnahme hat es bislang kaum weitere gegeben: Von vier Haussanierungen insgesamt berichtet der Bürgermeister gestern.

Jetzt will die Stadt reagieren und die Förderung auf 1000 Euro pro Quadratmeter Grundfläche anheben. Denn: Die Erfahrungen des Sanierungsberaters der zuständigen Niedersächsischen Landgesellschaft besagen, dass bei einer bisherigen Förderhöhe von 400 Euro pro Quadratmeter die Hauseigentümer wegen zu hoher Restkosten von einer Sanierung absehen. Die Baukosten, so teilt die Stadt mit, würden im Regelfall bei 1000 Euro pro Quadratmeter und mehr liegen. Zusammen mit dem vergleichsweise geringen Spielraum für modernisierungsbedingte Mietanpassungen in Uelzen führe dies regelmäßig dazu, dass die von den Eigentümern angedachten, umfassenden Sanierungsmaßnahmen nicht umgesetzt würden. Damit verbessere sich weder die Bausubstanz noch die Wohnqualität oder das Stadtbild.

Die Stadt hat die Hoffnung, dass durch die höheren Zuschüsse das Förderprogramm stärker in Anspruch genommen wird. „Wir verbinden das auch mit dem Appell: Nutzen Sie es!“, so Bürgermeister Jürgen Markwardt gestern.

VON NORMAN REUTER

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