Zum Jahresende sinkt der Wasserverbrauch

Katzenwäsche an den Feiertagen?

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Uelzen/Landkreis. Die Dusche bleibt bei vielen trockener als an anderen Tagen, dafür aber bringt der Gänsebraten in der Röhre den Stromzähler zum Rauchen –

die Wasser- und Energieverbräuche an Festtagen wie Weihnachten, aber auch über den Jahreswechsel und an anderen Tagen mit besonderen Ereignissen sprechen eine auffällige Sprache. So ist bei manchen Energieversorgern mittlerweile schon vom „Wasser-Tal“ an Weihnachten und „Puller-Peaks“ bei Fußball-Events im Fernsehen die Rede – letztere sind zurückzuführen auf einen in der Halbzeitpause sprunghaft ansteigenden Wasserverbrauch durch Toilettenspülungen.

Sinkende Wasserverbräuche an Weihnachten und Neujahr – auch in Uelzen? „Eine so detaillierte Tagesstatistik haben wir zwar nicht“, sagt Inga Busch, Sprecherin der mycity-Stadtwerke in Uelzen, „aber man kann zumindest jahreszeitenabhängig sagen, dass im Winter eher weniger Wasser verbraucht wird, dafür aber mehr Strom.“

Schließlich brauchen die Gärten in den kalten Monaten des Jahres eher keine Bewässerung. Dafür aber werden mehr Kilowatt-Stunden verbraucht – beispielsweise für die Weihnachtsbeleuchtung. Oder auch für den Fernseher, der im Winter häufiger angeschaltet wird als im Sommer. Einen so genannten „Puller-Peak“, den hat es offensichtlich auch schon in Uelzen gegeben: Beim Fußball-Länderspiel Türkei-Deutschland am 7. Oktober nämlich, da haben die mycity-Stadtwerke in der Halbzeitpause einen Anstieg im Wasserverbrauch festgestellt. Wenn auch nur einen minimalen, wie Inga Busch verrät. Diese Einzeldatenerhebung sei auch nur deswegen möglich gewesen, weil zu dem Zeitpunkt eine Wasserrohrnetzspülung durchgeführt wurde, die zwei Mal im Jahr fällig ist.

Der genaue Stromverbrauch pro Tag liegt bei der SVO erst zu Beginn des nächsten Jahres vor, denn dann wird die Viertelstundenschreibung ausgewertet. „Für 2010 finden die Kunden bei uns die Aufstellung im Internet“, sagt Christiane Poestges von der SVO Energie GmbH. Auf 731 Seiten ist die viertelstündige Messung einsehbar – allerdings noch nicht für dieses Jahr.

„Im Wasserbereich war die höchste Tagesabgabe in 2011 im Landkreis Uelzen, für den wir vom Wasserverband Uelzen mit der Betriebsführung beauftragt wurden, am 4. Juni mit 23 250 Kubikmetern pro Tag gemessen worden“, weiß Poestges. Die Ursache? „Schwer zu sagen, vermutlich hing es mit dem Wetter an diesem Tag zusammen“, mutmaßt die SVO-Pressesprecherin. Und tatsächlich: Am 4. Juni war es im Landkreis Uelzen extrem schwül.

Insgesamt gesehen bewegt sich der Uelzener übrigens im Hinblick auf den durchschnittlichen Wasser-Jahresverbrauch im Mittel: Mit 122 Litern pro Jahr (für Trinken, Waschen, Kochen und alles andere, wozu man im Alltag Wasser benötigt) liegt er genau im Bundesdurchschnitt. Der nämlich beträgt zwischen 120 und 125 Litern. Grundsätzlich scheinen die Deutschen ein Wasser sparendes Volk zu sein: In der Schweiz verbraucht jeder Mensch durchschnittlich 237 Liter im Jahr, in Japan sind 278 Liter und in Dubai sogar 500 Liter.

Von Ines Bräutigam und Jörn Nolting

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