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Katrin Behr schenkt als Clown im Klinikum Uelzen fröhliche Momente

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Von: Norman Reuter

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Klinik-Clown Katrin Behr
Katrin Behr ist „Mandarine“ – seit mehr als 20 Jahren besucht sie als Clinic-Clown Jungen und Mädchen, die im Krankenhaus liegen. © Privat

Katrin Behr schenkt Kindern fröhliche Momente in Zeiten, in denen es ihnen nicht gut geht. Die 57-Jährige ist als Clinic-Clown aktiv, besucht immer donnerstags auch Jungen und Mädchen im Uelzener Krankenhaus.

Uelzen - Ihre Markenzeichen sind die orange-farbene Mütze, rote Bäckchen und ein einnehmendes Lächeln. Über „Mandarine“ sagt Katrin Behr: „Sie hat stets Freude an dem, was sie tut. Vermag aus dem Nichts irgendwas zu machen. Und ist nicht ganz so norddeutsch wie ich.“ Katrin Behr muss beim letzten Satz schmunzeln.

„Mandarine“ ist ein Clown. Katrin Behr hat ihn zum Leben erweckt. Sie schlüpft mehrmals in der Woche in die Rolle – seit inzwischen mehr als 20 Jahren – und schenkt als „Mandarine“ Kindern in schwierigen Zeiten fröhliche Momente.

Katrin Behr engagiert sich als sogenannter Clinic-Clown. Über den Verein Clinic-Clown Hannover werden die Einsätze koordiniert Donnerstagvormittags besucht sie als „Mandarine“ auch kleine Patienten im Uelzener Klinikum.


Ein festes Programm gibt es dabei nie. Was möglich und gewollt ist, hängt vom gesundheitlichen Zustand der Mädchen und Jungen ab. Ein Gespräch mit dem Pflegepersonal vorab gibt Aufschluss. Kinder erwarten sie manchmal freudig. Andere sind zurückhaltend: „Es gibt welche, die muss man sich erobern“, sagt dazu Katrin Behr.

Clinic-Clowns in Hannover

Im Verein „Clinic-Clowns Hannover“ engagieren sich zurzeit nach Angaben von Katrin Behr 17 Clowns, die landesweit im Einsatz sind. Behr besucht nicht nur Kinder im Klinikum Uelzen, jeweils montags ist sie auch in Celle auf der Kinderstation aktiv. Der Verein wurde 2001 von den drei Clinic-Clowns Helga Timm, Daniela Moritz und Reinhard Kabus-Duprée und weiteren Interessierten gegründet. Er ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Clinic-Clownerie. Neben der langfristigen Sicherung der Clinic-Clowns-Arbeit in Hannover und Umgebung unterstützt er die Vernetzung, den Austausch und die stetige Fort- und Weiterbildung der Clowninnen und Clowns.

„Mandarine“ schaut auch bei Jugendlichen auf der Station vorbei. Dass die beim Anblick eines Clowns abwinken, kann Katrin Behr nicht sagen. „Es kommt darauf an, wie man auf die Jugendlichen zugeht“, sagt die 57-Jährige. Wenn sie dann ins Erzählen kommen, in „Mandarine“ jemanden sehen, dem man sich öffnen kann, weiß Katrin Behr die Momente zu schätzen. Sie erinnert sich auch noch an einen ganz besonderen Augenblick aus den 20 Jahren als „Mandarine“. Ein mehrfach behindertes Kind habe nicht in den Schlaf gefunden, trotz aller Versuche. Und ein Schlafmittel sollte nicht verabreicht werden. Als Clown sang sie dem Kind ein Lied vor, friedlich schlief es ein. Das ist für sie auch der Brennstoff für ihr Engagement als Clinic-Clown.


Im Grundschulalter sieht sie selbst zum ersten Mal bewusst einen Clown, entdeckt für sich die Begeisterung fürs Theaterspielen und die Clownerie. „Ein Clown“, sagt Behr, „begegnet der Welt mit Naivität. Er fühlt sich in die Situation ein und findet für die sich ihm stellenden Aufgaben immer Lösungen.“

Katrin Behr, von Hause aus Ergotherapeutin, macht eine berufsbegleitende Tanz- und Schauspielausbildung zum Clown. Sie entwickelt „Mandarine“, die sie seither begleitet. Aber warum dieser Name? „Ich bin im Dezember geboren. Das ist die Zeit der Mandarinen und sie riechen genial“, sagt Katrin Behr.

In Zeiten der Ansteckungsrisiken ist es ihr nicht immer möglich, direkt mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Auch dafür hat sie sich etwas einfallen lassen. Gespielt und kommuniziert wird am Zimmerfenster. Die Glasscheibe wird zur Theaterbühne. Mit dabei hat „Mandarine“ dann das rosa Plüschschwein Rosalie.

Utensilien wie eine Spieluhr oder eine Flasche für Seifenblasen kommen zum Einsatz. „Man kann da auch Ballons aufpusten, zaubern. Es ist natürlich ganz anders, als sich in Gänze unmittelbar zu begegnen, aber eine schöne Alternative dazu, gar nicht zu kommen“, sagt Behr. Sie will weiter in die Rolle schlüpfen. „Die Clownarbeit ist lebendig und authentisch“, so Behr. Und wer hat jemals schon mal einen Clown im Ruhestand gesehen...

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