Uelzens Stadtrat beschließt Verordnung, die jeden Halter einer freilaufenden Katze betrifft

Kastration von Katzen in Uelzen ist jetzt Pflicht

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Frei laufende Katzen in Uelzens Stadtgebiet müssen in Zukunft kastriert und gechippt werden. Das hat Uelzens Stadtrat nun mehrheitlich entschieden.

Uelzen. Wer seinen Katzen Freigang gewährt, muss sie künftig kastrieren lassen. Das hat der Rat der Hansestadt Uelzen nun mehrheitlich entschieden. Damit will die Politik der unkontrollierten Vermehrung der Samtpfoten Herr werden.

Auch die Verbreitung der Katzenseuche und Krankheiten, die auf den Menschen übertragen werden können, sollen so verhindert werden.

Ute A.-Kallnischkies

Die Linken-Ratsfrau Ute Altbauer-Kallnischkies hatte den entsprechenden Antrag im Februar dieses Jahres gestellt, wofür ihr Klaus Knust (SPD) dankt: „Wir mindern damit nicht nur die unkontrollierte Vermehrung, sondern ersparen den Katzen viel Leid.“ Damit leiste Uelzens Politik einen Beitrag zum Artenschutz, „denn Vögel stehen ganz oben auf ihrem Speiseplan“. Auch die UWG spricht sich für die Kastrationspflicht aus. Dass die Population an wilden Katzen groß ist, zeigt laut Joachim Delekat die Tatsache, dass ein Anfang des Jahres vom Land Niedersachsen für deren Kastration bereitgestelltes Budget von 245 000 Euro innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht war.

Hans-JürgenHeuer

Bedenken äußerte dagegen Hans-Jürgen Heuer, der von älteren Bürgern angesprochen worden sei. Die hätten Angst, wilde Katzen nicht mehr füttern zu dürfen, weil sie dann als Besitzer der Tiere eingestuft würden und sie somit kastrieren müssten: „Sie fürchten, den Kontakt zu einer wilden, zugelaufenen Katze aufgeben zu müssen.“ Der Antrag lege diesen Bürgern die Pflicht auf, die Katze für 120 Euro kastrieren und chippen zu lassen. „Doch ich habe erhebliche Zweifel, dass das etwas am Problem ändert.“ Der CDU-Ratsherr schlägt stattdessen eine jährliche Fangaktion vor, bei der die Katzen nach der Kastration wieder an gleicher Stelle ausgesetzt oder an Tierliebhaber vermittelt werden.

In der Verordnung besagt eine Passage, dass jemand als Halter gilt, sobald er eine Katze regelmäßig oder mehrfach füttert. Karl-Heinz Schmäschke (Bündnis 90/Die Grünen) appelliert deshalb an die Verwaltung, die Verordnung mit gesundem Menschenverstand anzuwenden: „Eine alte Dame, die jeden Freitag eine wilde Katze füttert, ist nicht ihre Besitzerin.“

Martin Schneider (FDP) findet eine verpflichtende Kastration für freilaufende Katzen grundsätzlich gut, kritisiert aber, dass durch die Registrierung der Katzen die Daten ihrer Besitzer an die Vereine mit entsprechenden Datenbanken weitergegeben werden: „Dem kann man so nicht zustimmen.“

Letztendlich findet der Antrag im Rat aber die Mehrheit. Wer der Kastrationspflicht nicht nachkommt, begeht laut Verordnung eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen.

Von Sandra Hackenberg

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